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Der Stadt-Schamane

Der Stadt-Schamane

zum Buch: HIER!

Ein Handbuch der Transformation durch Huna,

das Urwissen der hawaiianischen Schamanen
Von Serge Kahili King

Kurzbeschreibung
Obwohl Schamanismus eher an wilde Gegenden denken lässt, kann er auch in Städten und Metropolen angewendet werden. Serge Kahili King, der aus einer alten hawaiianischen Familie stammt, schildert in diesem Handbuch, wie Sie mit Huna sich selbst, Ihre Beziehungen und Ihre Umgebung heilen, kraftvolle Rituale durchführen und auf die Suche nach Visionen gehen können.

Über den Autor
Serge Kahili King, geborener Hawaiianer, wurde im Alter von 14 Jahren von seinem Vater in den hawaiianischen Schamanismus eingeführt. Mit 17 Jahren wurde er von Joseph Kahili von Kauai, einem „Kupua“, einem hawaiianischen Schamanen, adoptiert. King hat eine große Anzahl Bücher über Huna und den Aloha-Spirit publiziert. Er ist ein weltweit gefragter Redner und unterrichtet in Seminaren und Workshops die Anwendungsmöglichkeiten der schamanischen Heilungstechniken. Heute lebt er auf Hawaii, kämpft für den Erhalt der hawaiianischen Kultur und verfasst Romane und Sachbücher.

Meine Sternenkinder

Ihr Lieben,

heute schreibe ich über ein Thema, welches gerne „unter den Teppich gekehrt“ oder auch „Tod geschwiegen“! wird. Vielleicht aus Angst, aus Unsicherheit oder eben weil jemand nichts damit zu tun haben möchte.  Doch zuerst einmal gefragt….. „Was ist ein Sternenkind“?

Ein Sternenkind ist ein Kind, welches nicht leben konnte oder durfte. Das Kind oder die Kinder sind bis zu einem gewissen Zeitpunkt im Mutterleib gewachsen und durch verschiedenste Umstände war oder ist ein irdisches Leben nicht möglich. Sei es, das diese besonderen Kinder nicht Lebensfähig sind oder gar von ihren Müttern abgetrieben werden (müssen).

Was bleibt, wenn diese Kinder zu den Sternen (dieser Vergleich gefällt mir persönlich sehr gut) gegangen sind, ist die Trauer, das Trauma…. in den Familien, bei den Geschwistern, den Eltern – doch im besonderen bei den Müttern, die oftmals diese Kinder auf natürlichem Weg zur Welt bringen müssen… in dem Wissen, das dieses Kind, auf das man sich so sehr freute, nicht mehr lebt, oder sehr bald sterben wird. Wer nicht unmittelbar davon betroffen ist, vermag sich kaum in diese Situation hinein versetzen, geschweige denn kann nachfühlen, in welcher Ausnahmesituationen diese Frauen sind. Das Wunder der Geburt wird zum Alptraum, Wünsche, Hoffnungen, Träume, Sehnsucht…. alles dahin….. eine wahrlich furchtbare Situation und Erfahrung.

Ich selbst bin Mutter von 5 Kindern….. 2 davon sind Sternenkinder.

Mein erstes Kind verlor ich noch am Ende des 1. Drittels der Schwangerschaft – Spontanabgang hieß es damals vor mehr als 25 Jahren. Mehr Erklärung oder Unterstützung gab es nicht für mich…. auch in der Familie wurde nicht darüber geredet, ich war mit meinem Schmerz allein. Wenn jemand mal etwas sagte, dann waren es Kommentare wie: „Vielleicht war es behindert“, oder „ist besser so!“, oder „du kannst noch viele Kinder bekommen, werd doch einfach wieder schwanger!“.  Ja klar…. so einfach…. 😦

Die ganze Zeit danach fragte ich mich, wie wäre es wohl wenn „es“ noch da wäre…. wie würde es sich anfühlen? Wann würde ich die Bewegungen spüren? Wie würde „es“ aussehen? Fragen über Fragen und die Zeit bleibt nicht stehen. Zum errechneten Geburtstermin wurde es nochmal ganz schlimm für mich…. Träume quälten mich, Vorwürfe erhob ich gegen mich, ob ich denn etwas verkehrt gemacht hätte – Gedankenkarussel pur. In diesen Träumen sah ich „ihn“, meinen Sohn. Heute weiß ich, das er mit mir auf Seelenebene kommunizierte, doch damals konnte ich es noch nicht verstehen.

Dann wurde es etwas besser und ich wurde kurze zeit darauf wieder schwanger….

Wir freuten uns sehr doch die Angst blieb erstmal. Die Angst davor, das es wieder passieren könnte. Jedes ziepen im Bauch schwor in mir Ängste hervor, doch diesmal ging alles gut! Unsere 1. Tochter wurde geboren und ich war erfüllt vor Glück. Die Wehmut drängte ich weg soweit es ging. 2 Jahre später folgte dann ein gesunder Stammhalter und weitere 2 Jahre später unsere jüngste Tochter. 3 gesunde Kinder innerhalb 4 Jahren, auch das rief den einen oder anderen komischen Kommentar hervor. Doch das traf mich damals nicht mehr so sehr. ich hatte meine 3 süßen Kinder und damit genug zu tun – also ließ ich die Leute reden……

Kurze Zeit darauf stellte sich die Frage in den Raum, wie weiter verhüten….. mein Mann wollte sich nicht sterilisieren lassen und ich nicht weiter die Pille nehmen, also herrschte erstmal „dicke Luft“…. und ich nahm die Pille wieder, bekam jedoch eine Magenverstimmung und der Schutz war dahin – und ich erneut schwanger! Eine extreme Situation damals, auch wenn ich aus heutiger Sicht sagen kann, ich war gefangen in den Fallstricken von Erwartungen und Forderungen aus meinem Umfeld. Der Vater meiner Kinder stellt mich quasi vor die Wahl: Entweder das 4. Kind oder er!!!!

Eine furchtbare Situation für mich, denn ich traute mich nicht mit jemanden darüber zu sprechen. Mein Frauenarzt meinte nur ich bekäme ohne Probleme die Indikation für einen Abbruch, es wäre nicht mehr als ein Gespräch nötig. Er verwies mich zu Pro Familia wo ich auch sehr schnell einen Termin bekam. Ich fuhr alleine dorthin, denn es sollte ja niemand wissen was los war und mein Mann passte in dieser Zeit auf die Kinder auf. Irgend etwas in mir hoffte, das ich dort einen ehrlichen Rat bekommen könnte, das mir jemand Hilfe anbot, das die Mitarbeiterinnen dort meine Not sahen, doch weit gefehlt!

2- 3 kurze Fragen und schwupps – der Zettel wurde ausgefüllt, unterschrieben und abgestempelt! Keine Frage danach wie es mir mit dieser Entscheidung geht, ob ich damit umgehen kann, ob ich unter Druck gesetzt bin oder wirklich frei und klar entscheide – nichts dergleichen! Ich fuhr also wieder nach Hause – wie in Trance und versuchte alles auszublenden. Daheim kam nur die kurze Frage: „Na, hat alles geklappt?“, und damit war die „Sache“ erstmal erledigt.  Doch je näher der Termin im Krankenhaus rückte, um sp panischer wurde ich innerlich – und sprach noch immer mit niemanden darüber. Vielleicht aus Angst? Vielleicht aus Scham? Vielleicht wusste ich es zu diesem Zeitpunkt nicht besser….. jedenfalls kam der berüchtigte Tag x und ich kam ins Krankenhaus. Dort kurze Verabschiedung Seitens meines Mannes mit den Worten: „Kopf hoch und machs gut!“, und weg war er….. und das ganze Prozedere ging los. Ab zur Untersuchung und die diensthabene Frauenärztin wurde barsch im Ton weil ich dort nur weinte. Weit und breit kein Verständnis, keine Fragen….. nur meine Ohnmacht, die ich fühlte.  Dann wurde ich in den OP geschoben und wäre doch am liebsten davon gelaufen – ich fühlte mich so schrecklich!

Das Aufwachen aus der Narkose war furchtbar, mir war übel, der Kreislauf spielte verrückt und in meinen Gedanken hallte immer nur ein einziger Satz:

„Du hast gerade dein Kind umgebracht!“.

Tagelang war ich ein Häufchen Elend und ich sprach noch immer mit niemanden darüber. Verschloss alles tief in mir und versuchte, meinen anderen 3 lebenden Kindern eine gute Mutter zu sein. Manchmal hatte ich sogar Zweifel, ob ich das könnte – ja sogar ob ich das nach diesem Abbruch überhaupt dürfte! Es war eine fast unwirkliche Zeit…. meine Gedanken hingen bei meinem toten Kind…. ich war sicher, auch dies wäre ein Junge geworden, und meinen 3 Kindern, die meine volle Aufmerksamkeit brauchten.

Nun sind viele Jahre vergangen und so viel ist geschehen…. heute weiß ich, das meine 2 Sternenkinder und ich auf Seelenebene uns genau für diese Erfahrungen „verabredet“ hatten und ich weiß das mein „ältester Sohn“ mich noch immer von dort drüben begleitet und mein jüngstes Kind wäre ein Mädchen geworden und sie ist heute bereits wieder in einer anderen Familie als Mädchen inkarniert! Dort hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, ihren irdischen Eltern beim erkennen und erwachen dienlich zu sein…. sie ist nun ca. 6 Jahre alt und geht sogar schon zur Schule. Ich schreibe heute zum ersten mal darüber, das ich es weiß….. allein dieses Wissen fühlte sich lange zeit irgendwie „komisch“ an, und dennoch wahr!  Woher ich es weiß?? Vom Vater dieser 5 Kinder, der inzwischen selbst auf der anderen Seite ist 🙂

Heute kann ich „meinen beiden“  dankbar sein….. und spüre noch die Verbindung, die uns immer miteinander zusammen hält 🙂

So, dies sind meine Erfahrungen mit meinen Sternenkindern….. ich wünsche allen betroffenen Eltern, Familien und vor allem den Müttern die nötige Kraft, mit dieser Erfahrung umzugehen und immer eine helfende und verständnisvolle Hand, die unterstützt und auffängt!

Herzliche Grüße

Sabine

Hier ist eine Seite die ich beim stöbern im Netz entdeckt habe, vielleicht hilft sie dem einen oder anderen weiter:

Sternenkinder

Huna: Der hawaiianische Weg zu einem erfüllten Leben

zum Buch: HIER!

Kurzbeschreibung
Lebensfreude und positive Veränderung mit dem Urwissen der Hawaiianer. Jeder Mensch kann lernen, seine geistigen Fähigkeiten einzusetzen, um z. B. auf der geschäftlichen oder der privaten Ebene erfolgreicher zu werden, wenn er nur die jeweiligen Techniken beherrscht. Techniken, mit denen man die Aufmerksamkeit auf das lenkt, was man wirklich für sein Leben braucht und was man sich wünscht. Wer an seiner Persönlichkeitsentwicklung interessiert ist, erhält hier praktische Lebenshilfe auf der Basis der Huna-Prinzipien, ein Schritt-für-Schritt-Trainingsprogramm zur Verbesserung der persönlichen Lebensqualität, nämlich die Stärkung des Selbstvertrauens und der inneren Harmonie, Optimierung der Gesundheit, glückliche Beziehungen, Wohlstand und Erfolg im Beruf.

Buchrückseite
Ein Buch voller praktischer Ideen und Techniken, mit denen sie ihre Wünsche wahr werden lassen können. Im Mittelpunkt steht die Huna-Weisheit, die zur Stärkung der geistigen und körperlichen Kräfte beiträgt. Diese Weisheit lässt sich auf alles anwenden, besonders gut geeignet ist sie jedoch, um Ziele zu erreichen, privaten und beruflichen Erfolg zu haben und um Träume zu verwirklichen.

Über den Autor
Serge Kahili King, geborener Hawaiianer, wurde im Alter von 14 Jahren von seinem Vater in den hawaiianischen Schamanismus eingeführt. Mit 17 Jahren wurde er von Joseph Kahili von Kauai, einem „Kupua“, einem hawaiianischen Schamanen, adoptiert. King hat eine große Anzahl Bücher über Huna und den Aloha-Spirit publiziert. Er ist ein weltweit gefragter Redner und unterrichtet in Seminaren und Workshops die Anwendungsmöglichkeiten der schamanischen Heilungstechniken. Heute lebt er auf Hawaii, kämpft für den Erhalt der hawaiianischen Kultur und verfasst Romane und Sachbücher.

Ihr Körper glaubt was Sie ihm sagen

zum Buch: HIER!

Kurzbeschreibung
Was geht in uns vor, wenn uns etwas „auf den Magen schlägt“, „an die Nieren geht“, „das Blut in den Adern stocken lässt“, wenn wir die „Zähne zusammenbeißen“ oder Angst haben, „den Kopf zu verlieren“? Unser Körper reagiert auf Botschaften, die unser Gehirn ihm übermittelt hat – auf unsere Gedanken und Gefühle. Man kann sogar feststellen, dass ganz bestimmte Organe auf ganz bestimmte Botschaften besonders empfindlich reagieren. Was wir längst wissen – wie unser Sprachgebrauch zeigt -, konnte jüngst sogar wissenschaftlich bewiesen werden: Was in unseren Köpfen vorgeht, hat körperliche Folgen. Wenn wir beispielsweise gestresst, überfordert und verzweifelt sind, ist gleichzeitig auch unser Immunsystem geschwächt, und wir sind anfälliger für Krankheiten. Sind wir hingegen froh, glücklich und vielleicht sogar verliebt, so stärkt das unser Immunsystem, und wir werden gesund oder weniger anfällig für Krankheiten. Gesundheit ist Willenssache. Das ist die Kernaussage dieses Buches. Wir selbst entscheiden darüber, ob wir gesund oder krank sind, indem wir unsere Gedanken auf das eine oder das andere richten. Und haben wir uns für Gesundheit entschieden, dann ist alles andere eine Sache der Übung. Es erfordert keine besonderen Voraussetzungen, „gesund“ zu denken. Jeder kann es lernen. Hier erfahren Sie, was Sie tun können, um die Sprache Ihrer Organe richtig zu deuten und ihre Gedankenkraft gezielt zur Selbstheilung einzusetzen.

Über den Autor
Serge Kahili King, geborener Hawaiianer, wurde im Alter von 14 Jahren von seinem Vater in den hawaiianischen Schamanismus eingeführt. Mit 17 Jahren wurde er von Joseph Kahili von Kauai, einem „Kupua“, einem hawaiianischen Schamanen, adoptiert. King hat eine große Anzahl Bücher über Huna und den Aloha-Spirit publiziert. Er ist ein weltweit gefragter Redner und unterrichtet in Seminaren und Workshops die Anwendungsmöglichkeiten der schamanischen Heilungstechniken. Heute lebt er auf Hawaii, kämpft für den Erhalt der hawaiianischen Kultur und verfasst Romane und Sachbücher.

Eine große Weihnachtsüberraschung

Autor: unbekannt, Quelle: HIER!
Die Kinder hatten schon seit Wochen die Großeltern mit Fragen gequält. „Oma und Opa, was schenkt Ihr uns? Opa, bekomme ich die elektrische Eisenbahn? Oma, ich brauche unbedingt neue Anziehpuppen. Opa alle meine Freunde haben Rollschuhe, bekomme ich auch welche?“ Doch die Großeltern hatten eisern geschwiegen, nicht einmal geheimnisvolle Andeutungen hatten Sie gemacht. Ganz im Gegenteil, ihr Verhalten deutete eher darauf hin, dass sie diesmal überhaupt nichts schenken würden.Vater hatte heimlich die Sparbücher und Kontoauszüge überprüft – keine Abhebungen. Mutter war in der Mansardenwohnung der Großeltern geschlichen und hatte sorgfältig Schränke und Kommoden durchsucht – es war nichts zu finden, was einem Weihnachtsgeschenk ähnlich war. Dabei planen alte Leute doch weit voraus, dachte Mutter verwirrt.

Vater brütete ostentativ über Hypothekenpapieren, Rechnungen und Kostenvoranschlägen für Neuanschaffungen, wenn man abends beim Fernsehen zusammensaß. Opa interessierte sich zwar dafür, diskutierte ein wenig über die allgemeine schwierige wirtschaftliche Lage, aber mehr nicht. Vater und Mutter blickten äußerst sorgenvoll in die Zukunft, und auch das Verhältnis der Kinder zu den Großeltern kühlte sich merklich ab.

Als Oma Ende November einmal Peter um einen Botengang bat, sagte der recht schnippisch: Wenn du uns sagst was wir zu Weihnachten bekommen, erledige ich die Sache, Oma sah ihn lächeln an, und nur ein ganz feiner Beobachter hätte das kleine bisschen Schmerz in ihren Augen sehen können. „Was ist nun“, sagte Peter hart, „bekomme ich die Eisenbahn? Wenn ja, helfe ich dir, bekomme ich sie aber nicht, musst du eben selber sehen, wie du fertig wirst.“ Oma betrachtete ihren Enkel lange und eindringlich und wandte sich wortlos ab.

Opa machte mit Manuela keine andere Erfahrung. Für 50 Cent oder einen Euro hatte sie ihm früher gerne kleine Arbeiten abgenommen, nun aber ließ sie sich kaum hoch bei den Großeltern im zweiten Stock sehen. Opa hatte einmal unfreiwillig gehört, wie sie zu Peter sagte: „Ich glaube, die Alten schenken uns heuer nichts, sie sind richtig knauserig geworden. Also sollen sie doch sehen, wie sie selbst zurechtkommen.“ Es hatte um seine Mundwinkel gezuckt, und Oma hatte es genau gemerkt.

Dann hatten sich die beiden an einem Samstagabend, bevor das Hauptprogramm im Fernsehen begann, von ihrer Familie verabschiedet und waren in ihre Wohnung hinaufgegangen. Was sie dort besprachen, hat nie jemand erfahren, aber von da anänderte sich ihr Verhalten abrupt und vollständig. Die Kinder merkten es nicht so, aber die Eltern machten sich immer größere Sorgen.

In der Nacht zum zweiten Adventssonntag kam Vater ins Schlafzimmer und war sehr aufgebracht. „Stell dir vor“, sagte er erregt, „die Alten sind immer noch nicht zu Hause!“ Mutter winkte müde ab: „Du weißt doch, sie haben sich für den Seniorentanzkurs angemeldet, und hinterher gehen sie immer noch in eine Weinstube. Seit Wochen hängt die ganze Hausarbeit an mir. Mutter hilft mir überhaupt nicht mehr.“

Vater setzte sich auf die Bettkante: „Ich glaube, wir müssen etwas unternehmen. Neulich bin ich noch in ihre Küche gegangen, und da saß Vater und las in einem Motorradprospekt. Stell dir das mal vor, ein 68 jähriger Mann will sich offenbar ein Motorrad kaufen. Von unserem Geld; es gehört doch uns, wenn sie einmal nicht mehr sind, und sie verplempern es vorher. Ich ersticke in Rechnungen, und er kauft sich ein Motorrad.“

Mutter war genauso entsetzt: „Hast du mal gesehen, was sie sich für Kleidung gekauft hat? Richtigjugendlich und modern, ich schäme mich richtig vor den Nachbarn. Solche Stiefel habe ich nie gehabt. Warum gehen wir eigentlich nicht auch zu einem Tanzkurs. Aber dazu bist du ja zu geizig.“

Er grübelt und sagte dann zaghaft: „Wir müssen was unternehmen, davon bist du doch auch überzeugt. Vielleicht könnte man über Gerichte, du weißt schon, was ich meine, so verminderte Geschäftsfähigkeit oder wie das heißt.“ Mutter schluchzte still vor sich hin und sagte dann gepresst: „Recht hast du ja eigentlich, aber das können wir ihnen doch nicht antun, wenigstens jetzt nicht, so kurz vor Weihnachten.“

„Und die Kinder“, warf Vater ein, „wir müssen an die Zukunft der Kinder denken. Sie brauchen eine materielle Sicherheit und vor allem eine richtige Erziehung. Wenn die Alten aber noch komischer werden? Schließlich tragen wir die Verantwortung für die Kinder.“ Sie einigten sich schließlich darauf, bis nach Weihnachten zu warten, aber dann wollten sie die Sache energisch anpacken.

So rückte das Fest immer näher, und man lebte in einem sehr gespannten Frieden miteinander. Die Alten verhielten sich immer atypischer, taten so, als ob sie überhaupt keine weißen Schläfen hätten. Vater und Mutter schwiegen dazu, die Kinder waren von einer beinahe feindseligen Interesselosigkeit.

Dann war der 24. Dezember da. Oma und Opa hatten sich wie immer angeboten, den Baum zu schmücken, und man hatte sie gewähren lassen. Vater und Mutter hatten sich ernsthaft überlegt, ob sie die Großeltern überhaupt zur Bescherung bitten sollten. Aber der Bruch wäre doch zu stark gewesen, und so taten sie es.

Man stand sich im Weihnachtszimmer etwas verlegen gegenüber. Die Geschenke an die Kinder und für die Eltern waren aufgebaut, aber von den Geschenken von Oma und Opa war weit und breit nichts zu sehen. Alle hatten bis zuletzt gehofft, die Kinder auf Spielzeug, Süßigkeiten und Bargeld, Vater auf einen Scheck mit einigen Nullen hinter der ersten Zahl, Mutter zumindest auf eine Perlenkette und Bargeld. Aber da war nichts.

Oma und Opa standen in der Mitte des Zimmers, hielten sich an den Händen und waren von einer schrecklichen Leere umgeben. Minutenlang herrschte eisiges Schweigen. Dann schob Opa die Oma einen Schritt vor und sagte leise zu den Kindern: „Hier ist euer Geschenk! Ich schenke euch Oma. Sie wird das ganze Jahr über mit euch spielen, sie wird mit euch Schularbeiten machen, euch Taschengeld geben und sich eure Sorgen anhören.“

Er drehte Oma sanft ein wenig herum und sagte zu Mutter: „Hier ist dein Geschenk, auch dir schenke ich Oma. Sie wird für dich Wäsche waschen, sie wird kochen, bügeln, putzen und backen, und sie wird für dich die Kinder hüten.“

Schließlich wandte er sich zu Vater und sagte: „Hier ist dein Geschenk, auch dir schenke ich Oma. Sie wird für dich im Garten arbeiten, den Hund betreuen, deine Schuhe putzen und dir die Wahl des Fernsehprogramms überlassen.“

Oma lächelte mit glänzenden Augen, in denen sich der Kerzenschein widerspiegelte. Sie zog Opa in die Mitte des stillen Zimmers und sagte mit klarer Stimme: „Und hier ist mein Geschenk für euch alle. Ich schenke euch Opa, er wird seine Rente mit euch teilen, er wird die Hypothekenzinsen bezahlen, einen neuen Farbfernseher kaufen, und er wird mir erlauben, dass ich fast ausschließlich für euch alle da bin.

Und wir beide zusammen schenken euch allen muntere, jugendliche Großeltern, die jung bleiben wollen, damit sie noch lange für euch da sind.“ Es wurde für alle das nachdenklichste und schönste Weihnachtsfest, das sie je erlebt hatten.

Weise Geschichten – Mal sehen – denn wer weiß?

Worte zum Nachdenken und zum Weiterschenken

Es war einmal ein alter Mann, der zur Zeit Lao Tses in einem kleinen chinesischen Dorf lebte. Der Mann lebte zusammen mit seinem einzigen Sohn in einer kleinen Hütte am Rande des Dorfes. Ihr einziger Besitz war ein wunderschöner Hengst, um den sie von allen im Dorf beneidet wurden. Es gab schon unzählige Kaufangebote, diese wurden jedoch immer strickt abgelehnt. Das Pferd wurde bei der Erntearbeit gebraucht und es gehörte zur Familie, fast wie ein Freund.

Eines Tages war der Hengst verschwunden. Nachbarn kamen und sagten: “ Du Dummkopf, warum hast du das Pferd nicht verkauft? Nun ist es weg, die Ernte ist einzubringen und du hast gar nichts mehr, weder Pferd noch Geld für einen Helfer. Was für ein Unglück!“ Der alte Mann schaute sie an und sagte nur: „Unglück – Mal sehen, denn wer weiß? Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen.“

Das Leben musste jetzt ohne Pferd weitergehen und da gerade Erntezeit war bedeutete das unheimliche Anstrengungen für Vater und Sohn. Es war fraglich ob sie es schaffen würden die ganze Ernte einzubringen.

Ein paar Tage später war der Hengst wieder da, und mit ihm war ein Wildpferd gekommen, das sich dem Hengst angeschlossen hatte. Jetzt waren die Leute im Dorf begeistert. „Du hast Recht gehabt“, sagten sie zu dem alten Mann. Das Unglück war in Wirklichkeit ein Glück. Dieses herrliche Wildpferd als Geschenk des Himmels, nun bist du ein reicher Mann…“ Der Alte sagte nur: „Glück – Mal sehen, denn wer weiß? Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen.“

Die Dorfbewohner schüttelten den Kopf über den wunderlichen Alten. Warum konnte er nicht sehen, was für ein unglaubliches Glück ihm widerfahren war? Am nächsten Tag begann der Sohn des alten Mannes, das neue Wildpferd zu zähmen und zuzureiten. Beim ersten Ausritt warf ihn dieses so heftig ab, dass er sich beide Beine brach. Die Nachbarn im Dorf versammelten sich und sagten zu dem alten Mann: „Du hast Recht gehabt. Das Glück hat sich als Unglück erwiesen, dein einziger Sohn ist jetzt ein Krüppel. Und wer soll nun auf deine alten Tage für dich sorgen?‘ Aber der Alte blieb gelassen und sagte zu den Leuten im Dorf: „Unglück – Mal sehen, denn wer weiß? Das Leben geht seinen eigenen Weg, man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen.“

Es war jetzt alleine am alten Mann die restliche Ernte einzubringen. Zumindest war das neue Pferd soweit gezähmt das er es als zweites Zugtier für den Pflug nutzen konnte. Mit viel Schweiß und Arbeit bis in die Dunkelheit sicherte er das Auskommen für sich und seinen Sohn.

Ein paar Wochen später begann ein Krieg. Der König brauchte Soldaten, und alle wehrpflichtigen jungen Männer im Dorf wurden in die Armee gezwungen. Nur den Sohn des alten Mannes holten sie nicht ab, denn den konnten sie an seinen Krücken nicht gebrauchen. „Ach, was hast du wieder für ein Glück gehabt!“‚ riefen die Leute im Dorf. Der Alte sagte: “ Mal sehen, denn wer weiß? Aber ich vertraue darauf das das Glück am Ende bei dem ist, der vertrauen kann.“

Weise Geschichten – Selber wissen was richtig ist

Worte zum Nachdenken und zum Weiterschenken

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagsglut durch die staubigen Gassen von Keshan.
Der Vater saß auf dem Esel, den der Junge führte.

„Der arme Junge“, sagte da ein Vorübergehender. „Seine kurzen Beinchen versuchen mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man so faul auf dem Esel herumsitzen, wenn man sieht, dass das kleine Kind sich müde läuft.“

Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen.

Gar nicht lange dauerte es, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: „So eine Unverschämtheit. Sitzt doch der kleine Bengel wie ein Sultan auf dem Esel, während sein armer, alter Vater daneben herläuft.“

Dies schmerzte den Jungen und er bat den Vater, sich hinter ihn auf den Esel zu setzten.

„Hat man so was schon gesehen?“ keifte eine Frau, „solche Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch, und der alte und der junge Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus, als wäre er ein Diwan, die arme Kreatur!“

Die Gescholtenen schauten sich an und stiegen beide, ohne ein Wort zu sagen, vom Esel herunter.

Kaum waren sie wenige Schritte neben dem Tier hergegangen, machte sich ein Fremder über sie lustig: „So dumm möchte ich nicht sein. Wozu führt ihr denn den Esel spazieren, wenn er nichts leistet, euch keinen Nutzen bringt und noch nicht einmal einen von euch trägt?“

Der Vater schob dem Esel eine Hand voll Stroh ins Maul und legte seine Hand auf die Schulter des Sohnes.

„Gleichgültig, was wir machen“, sagte er, „es findet sich doch jemand, der damit nicht einverstanden ist. Ich glaube, wir müssen selbst wissen, was wir für richtig halten.“

(Aus: Peseschkian. Der Kaufmann und der Papagei)