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Abschied

In Erinnerung an meinen Papa, der heute vor 15 Jahren voraus ging:

„Niemand fragt, ob es einem Recht ist Abschied zu nehmen von seinem Leben, seinen Gewohnheiten und seinen Lieben.

Was bleibt, ist dieses zusammenbrechen um dann neu aufzubrechen“.

 

 

 

     Foto von: Jürgen Helm

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Der Ursprüngliche Beitrag wurde von mir im Jahr 2012 geschrieben:

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Kopiere diese Rose…

… wenn Du jemand im Himmel hast,

den Du nie vergessen wirst….

So war es heute auf vielen Pinnwänden bei Facebook zu lesen. Auch ich habe diese Rose kopiert und auf meine Pinnwand gesetzt, im Gedenken an meinen Vater.

Er ging seit mehr als 9 Jahren von uns,  plötzlich und unerwartet wie man dann so schön sagt. Heute fühlte ich mich durch diese Pinnwandeinträge wieder an diese Zeit erinnert – mit Abstand die schlimmste in meinem Leben 😦

Plötzlich und unerwartet…… hmmm nun im Rückblick muß ich gestehen, das dem nicht so war. Ich muß mir eingestehen, das ich es damals geahnt habe, schon Wochen vorher! Aber ich gestand es mir nicht ein, wollte es wohl auch nicht wahr haben. Heute erkenne ich die Anzeichen, wenn sich eine Seele entschlossen hat zu gehen, nur damals war es nicht so.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag, als wäre es gestern erst gewesen. Es war brütend heiß, man bekam kaum Luft und ich dachte den ganzen Tag daran, das ich zu meinem Vater muß. Ich hab es nicht getan! Doch wer mag liest selbst…..

Es folgt ein Auszug aus meinem ersten Buch „Barfuß übers Lavafeld“, welches leider nicht mehr im Handel erhältlich ist. Doch diesen Auszug hier möchte ich gern mit euch teilen:

Dann stand der Sommer 2002 vor der Tür, ein gemeinsamer Urlaub in Dänemark mit meinen Eltern war geplant, das Haus direkt am Strand gebucht und ich hielt an einem recht heißen Tag einen Vortrag für eine Kollegin und deren Interessenten. Ständig hatte ich das Gefühl, ich muß zu meinen Eltern fahren, doch ich tat es nicht. Die Mädchen waren beide bei ihnen und am Abend wollten sie nach Hause kommen, weil Oma und Opa einen Krankenbesuch machen wollten. Die Unruhe hielt an, zu Hause lief ich ungeduldig hin und her, es trieb mich förmlich von zu Hause weg. Ich schnappte mir den Hund, lief eine Runde, aber es blieb unverändert. Meine Töchter kamen lachend nach Hause, braungebrannt…..und gutgelaunt, sie hatten einen schönen Tag im großen Planschbecken verbracht und sind mit meinen Eltern gemeinsam ein Stück gemeinsam Richtung unser Haus gegangen, alles schien in Ordnung zu sein und doch hatte ich dieses Gefühl etwas tun zu müssen. Ich sprach darüber mit Jörg doch er meinte ich könne doch nicht zu meinen Eltern gehen wenn diese selbst zu Besuch wären. Hm, ok, das sah ich ein und dann kam noch mein Schwager zu uns, der mir ein verspätetes Geburtstagsgeschenk brachte, ein Buch, das ich mir zwecks Fortbildung gewünscht hatte. Thema: Heilwirkung der Aloe Vera Pflanze, welches ich mir am späteren Abend im Bett zum lesen vornahm. Mein Mann fuhr zur Nachtschicht und die Kinder waren im Bett, am kommenden Tag sollte es die Zeugnisse geben  und die Ferien fingen an. Gegen 22:30 Uhr klingelte das Telefon, ich dachte es sei Jörg, war genau die Zeit bevor die Schicht los ging und so manches mal rief er mich an um noch einige Worte mit mir zu wechseln, doch er war es nicht. Es war Gerd, der Freund meiner Eltern, ich müsse sofort kommen, Papa wäre umgefallen, es ginge ihm nicht gut. Meine Augen vielen in dem angefangen Buch auf das Wort Herzinfarkt und ich sprang in meine Hose, Bluse drüber, Handy und Autoschlüssel geschnappt und los bin ich. Keine 4 Minuten nach dem Anruf war ich vor Ort. Gerd kam mir ganz aufgeregt die Treppe herunter entgegen, murmelte vor sich hin, ganz schlimm ganz schlimm und eine seltsame Ruhe ergriff mich. Ich stürmte die Treppe hoch in den Flur rein, Hannelore, die Freundin meiner Mutter saß weinend auf der Treppe auf der linken Seite, meine Mutter stand vor dem Gäste WC und hielt sich die Hände vor den Mund, mein Vater lag darin lang ausgestreckt und rührte sich nicht mehr. Er war zum austreten gegangen, hat noch die Spülung betätigt, jedoch zum Händewaschen kam er nicht mehr. Ein Blick genügte und ich wusste das er nicht mehr in dieser Welt weilte. Dann funktionierte ich nur noch, ich rief meinen Mann an, meine Schwiegermutter, das sie bitte nach meinen Kindern schauen soll, dann versuchte ich meine Schwestern zu erreichen, Gerd versuchte noch Herzmassage und Mund zu Mund Beatmung, rief immer wieder die Notrufzentrale an wo der Krankenwagen bliebe und alles schien auf einmal wie ein schlechter Traum zu sein. Die Gedanken überschlugen sich: Das kann er doch nicht machen, nicht jetzt, wir wollen doch in den Urlaub, morgen will er mit den Kindern Eis essen gehen, wie soll es weiter gehen, hätte ich vorher zu ihm fahren sollen, wie geht es meiner Mutter, warum weint Hannelore, was werden die Kinder sagen; Papa warum? Papa es tut so weh, bitte komm wieder, bitte sag mir das alles ist nur ein schlechter Traum. Du hast dir doch erst vor 2 ein halb Wochen ein neues Auto gekauft, das musst du doch fahren, Papa steh endlich auf und sprich mit mir……

Dann kam der Krankenwagen mit dem Notarzt, 2 Männer zogen den Körper meines Vaters in den Windfang und das ganze Programm musste durchgespielt werden. Sie rissen ihm sein Hemd auf, legten Zugänge, Elektroschocks, Adrenalin wurde gespritzt und ich stand zu seinen Füßen und beobachtete was dort genau vor meinen Augen ablief. Ich dachte es ist genau wie in diesen Arztserien, die wissen was sie tun, aber sein Herzschlag setzte nicht mehr ein, es war zu spät. Gerd führte meine Mutter von mir weg ins Wohnzimmer, ich blieb stehen, wollte es nicht wahrhaben, versuchte in Gedanken ihn zu ermuntern doch zurück zu kommen. Heute weiß ich das er ein Pflegefall geblieben wäre, sein Gehirn war schließlich zu lange ohne Sauerstoff.

Der Notarzt sah mich nach einer ganzen Weile an und schüttelte nur den Kopf, er könne nichts mehr tun und es täte ihm leid. 2 der Sanitäter gingen nach draußen vor die Tür und unterhielten sich über den bevorstehenden Urlaub und lachten – klar, ihr Alltag, sie dürfen sich nicht so emotional in ihrer Arbeit geben, die Belastung wäre ja kaum auszuhalten, aber ich saß da im Flur, hielt die Hand meines Vaters, versuchte sein Hemd gerade zu rücken, wischte die Gelreste von seinem Oberkörper und wurde zunehmend wütender auf diese Männer. Wie konnten sie nur so fröhlich sein wo doch gerade eben unsere Welt zusammen gebrochen war?? Gerd kam, sah es und ging vor die Tür und stauchte die Männer ordentlich zusammen. Der Notarzt war bei meiner Mutter, die total unter Schock stand und behandelte sie, ich bin wieder in den Flur, legte eine Decke über den Körper meines Vaters und hielt weiterhin seine Hand in meiner. Ich weiß heute gar nicht mehr ob ich weinte, ich glaube eher nein, aber ich hielt Zwiesprache mit ihm, sagte ihm das er keine Angst haben müsse, das er ins Licht gehen darf und wie lieb ich ihn habe. Dann sah ich in sein Gesicht und hoffte darin irgend eine Regung zu sehen, das ein Wunder geschähe und er die Augen aufschlägt und sagt: „Man hab ich einen Blödsinn geträumt!“, aber da war nichts, bis auf ein kleines Flattern in seiner Hand, wie ein kaum spürbarer Händedruck und sofort flogen meine Augen wieder hoch zu seinem Gesicht, leichte Panik überkam mich, ich wollte die Männer zurück rufen, sie bitten noch mal alles zu versuchen, ich habe ja schließlich eine Regung gespürt, doch es war vorbei.

Der Notarzt kam aus dem Wohnzimmer in dem er meiner Mutter eine Beruhigungsspritze gegeben hat, blieb bei mir im Flur stehen, legte seine Hand auf meine Schulter und sagte: „Es tut mir aufrichtig leid, ich hätte ihn gern für Sie gerettet, aber es lag nicht in meiner Macht“, dann drückte er kurz zu und als ich zu ihm auf sah hatte er Tränen in den Augen. Eine Welle des Mitgefühls überkam mich und so nickte ich nur und er ging.

Ich weiß nicht wie lange ich noch dort saß, auf einmal waren sie alle da, mein Schwager Lothar mit meiner Schwester Doris, meine Nichte Yvonne mit ihrem Freund Fabio und dann ging es ganz schnell. Der Bestatter wurde bestellt und kam innerhalb kurzer Zeit und Lothar, Fabio und Gerd halfen ihm den Körper meines Vaters aus dem Haus zu tragen. Ich wurde indem in die Küche geschoben und von meiner Schwester festgehalten. Mein Schwager wollte nicht das ich zuschaue wie sie ihn weg tragen. Irgendwann riss ich mich los und lief hinterher, da wurde gerade die Tür vom Leichenwagen zugemacht. Dann setzte sich der Wagen in Bewegung und ich schaute hinterher bis er um die Ecke verschwand. Mir zerriss es förmlich das Herz. Erst dann kam mein Mann, er kam direkt von der Arbeit und war kurz bei den Kindern, aber seine Mutter war schon da. Keine Umarmung, nur ein kurzes über den Arm streicheln, das war es. Ich registrierte es außergewöhnlich hellwach, aber maß dem irgendwie doch keine Bedeutung bei.

Meine Schwester blieb über Nacht bei meiner Mutter, ich wollte nur nach Hause in mein Bett, irgendwer fragte, ob ich denn überhaupt Auto fahren könne, doch ich konnte. Meine Schwiegermutter saß bei uns im Windfang, auch sie war irgendwie seltsam förmlich, aber unser Hund Topsi kam mit eingekniffenen Schwanz zu mir, stupste mich an und winselte leise. Irene sagte, das sie die ganze Zeit gejault hätte.

Dann lag ich im Bett, irgendwie hellwach und doch betäubt versuchte ich das ganze Ausmaß zu begreifen. Es ging nicht. Irgendwann viel ich in den Schlaf und mein Wecker holte mich aus der Hölle. Ich dachte noch:“ meine Güte, was war das für ein Alptraum“, doch mit einem Schlag war die Realität wieder da. Ich musste die Kinder wecken, ihnen die Nachricht beibringen, mit Ihnen die Zeugnisse abholen und dann zu meiner Mutter fahren. Wir mussten ja so viel erledigen. Die Beerdigung musste irgendwie organisiert werden und dazu mussten wir halt gemeinsam dort hin. Meine Tante Uschi, die kleine Schwester meines Vaters und mein Mann begleiteten uns. Fassungslos suchten wir nach Worten, doch Frau Daedther führte uns einfühlsam durch das Gespräch. Meine Mutter saß nur kopfschüttelnd da und sagte: „Wir wollten doch jetzt Eis essen gehen und kein Begräbnis bestellen.“ Sie war kaum fähig eine Entscheidung zu treffen, deshalb übernahm ich das. Ich suchte den Sarg aus und den Text der in der Zeitung stehen sollte.

„Niemand fragt, ob es einem Recht ist Abschied zu nehmen von seinem Leben, seinen Gewohnheiten und seinen Lieben. Was bleibt, ist dieses zusammenbrechen um dann neu aufzubrechen“.

Als wir damit fertig waren, sind wir ins Haus zu meiner Mutter zurück, im Bad zeigte sie uns noch seine Fingerabdrücke, die er beim duschen an der Duschkabine hinterlassen hatte und dann kamen die treuen Freunde aus Berlin, Ellen und Bernd. Sie blieben eine ganze Woche und halfen wo sie nur konnten. Sie haben extra einen geplanten Urlaub abgesagt und wir mussten uns der harten Realität stellen.

Am folgenden Tag konnten wir uns meinen Vater noch mal ansehen. Ich habe ihm einen langen Brief geschrieben, allerdings weiß ich heute nicht mehr genau was alles darin stand. Die Kinder malten Bilder und Laura und Maik wollten unbedingt mit um sich vom Opa zu verabschieden. Meine Schwiegermutter war total dagegen, doch ich setzte mich durch. Mein Mann hielt sich raus, er war eh irgendwie ganz weit weg.

Am Nachmittag war es soweit, meine Nichten waren auch dabei, meine Tante, Ellen und Bernd, die Kinder, meine Mutter und ich. Laura und Maik haben ihm eine Rose in die gefalteten Hände gelegt, er sah so friedlich aus und ich dachte mir Papa mach endlich die Augen wieder auf, doch das tat er natürlich nicht. Nach und nach leerte sich der kleine Raum und ich war an der Reihe an seinen Sarg zu treten. Ich steckte ihm den Brief ins Jackett, streichelte über die kalten Hände und fühlte seine Stirn, sie war eiskalt und hart, der Vergleich mit einer kalten Porzellantasse kam mir in den Sinn und endlich, endlich liefen die Tränen. Es wurde Zeit sich zu verabschieden und ich ging rückwärts bis zur Tür, ich wollte die letzte sein, die ihn dort so liegen sah. Irgendwie gab mir das etwas Trost.

Die Tage vergingen und ich war irgendwie in einem Vakuum, ich funktionierte, erklärte den Kindern, tröstete wo ich konnte, half meiner Mutter und dachte mir so manches mal: „Wer tröstet eigentlich mich?“. Unsere jüngste Tochter Laura schlief schlecht, sie wurde Nachts wach, hat dann bei uns im Bett geschlafen, weil sie immerzu ihren Opa sah, ich habe nur immerzu sein After Shave gerochen. Ich habe Laura dabei beobachtet, scheinbar schlief sie und als ob sie an unsichtbaren Schnüren hochgezogen wurde wie eine Marionette, setzte sie sich auf, riss die Augen weit auf und starrte ans Fußende. Wenn ich sie ansprach, reagierte sie erst nicht, dann jedoch legte sie sich wieder hin und kurz darauf schlug sie die Augen auf und flüsterte: „Opa war da, er sagt es geht ihm gut“, oder „heute hatte er seine Gartenjacke an, aber irgendwie hat er keine Zähne, aber er lacht“. So ging es einige Nächte und dann stand der Montag vor der Tür! Der Tag der Beerdigung! Mich packte die Angst, ich wollte das so nicht. Das hatte so was endgültiges! Zum ersten mal griff ich zu einer Beruhigungstablette. Als wir uns alle Richtung Friedhof in Bewegung setzten schwirrten mir die Gedanken: „Ich muß Mutti stützen, ob Renate gut auf die Kinder aufpasst?, muß ich nicht bei meinen Kindern sein, sie sitzen hinter mir, nicht bei mir, denn da sitzt Mutti und so drehten sich die Gedanken immer weiter. Als wir aus dem Auto stiegen trauten wir unseren Augen nicht! So viele Menschen standen dort, das hätten wir nie für möglich gehalten. Eine Umarmung hier, ein Schulter klopfen da, gemurmelte Worte des Mitleids, wir ließen alles über uns ergehen und betraten dann die Halle wo der Sarg schon aufgebahrt war. Darin lag also nun mein Papa, mit den Rosen und den Briefen und Bildern. Ich konnte es nicht begreifen. Ich sah das der Pastor kam und einige Worte sprach und dann war dieser Teil vorbei. Wir folgten dem Sarg nach draußen, durch ein Menschenmeer. Ich sah sie alle und doch wieder nicht. Die Kinder waren sehr tapfer, gingen direkt hinter uns, meine Mutter murmelte nur immer wieder nein, nein, nein. Der Moment des letzten Segens kam und der Sarg wurde in die Erde gelassen. Das war der Moment der mich aus meiner Lethargie riss. Alles in mir wollte dem nach, ich wäre am liebsten hinterher gesprungen. Es war unerträglich zu sehen wie langsam eine Schaufel Erde der nächsten folgte. Ich war so wütend, so traurig so verletzt und musste doch brav meine Rolle spielen.

Am Nachmittag haben wir das Grab noch mal besucht, die Blumen leuchteten schon von weitem und in mir machte sich wieder eine seltsame Ruhe breit. Fast so als sei eine Last von mir gefallen. In der Küche meiner Mutter viel mir meine älteste Schwester Renate um den Hals und weinte bitterlich: „Der arme Kalle, nun liegt er da in der kalten Erde, so ganz allein“, ich dachte nur während ich sie hielt: „Was will sie eigentlich, es ist mein Vater, nicht ihrer (meine Schwestern sind aus erster Ehe meiner Mutter), aber ich wusste auch gar nicht mehr ob und was ich fühlte, für uns ging das Leben weiter. Wenn auch anders, selbst wenn man glaubt, es kann gar nicht weiter gehen, so ist die Zeit doch unerbittlich und rückt Stunde um Stunde vor.

Jeden morgen ging ich zum Grab, sogar zusammen mit Topsi, sie schien auch zu spüren das es der geliebte Opa Kalle war, der dort lag. Als es Nachts anfing zu regnen, wäre ich am liebsten hingelaufen und hätte mich darüber geworfen, so unerträglich war mir der Gedanke das der ganze Schlamm den Sarg tief in der Erde erreicht und alles durchweicht.

Nun kam die Zeit unseres geplanten Urlaubes, der Hausarzt meinte wir sollen auf jeden Fall fahren und so kam es das wir meine Schwester Doris noch mitnahmen. Maik und Laura fuhren mit Papa und Topsi im Sharan, mit den ganzen gepackten Sachen, Lebensmitteln und Surfbrettern, ich fuhr das Auto meines Vaters, was er erst vor knapp 4 Wochen gekauft hatte, darin saßen meine Mutter, meine Schwester und Julia, meine älteste Tochter. Schon als wir aus dem Ort heraus fuhren, hatte ich das Gefühl ich würde meinen Vater im Stich lassen und innerlich weinte ich bittere Tränen, doch ich fuhr dem vorausfahrenden Auto einfach hinterher. Es war wie in einem schlechten Traum. Mit jedem Kilometer den wir zurück legten, starb irgendwie ein Teil von mir und doch kamen wir nach 7 Stunden fahrt an unser Ziel an.

Wir holten die Schlüssel für unser Haus und fingen an uns einzurichten. Irgendwie hatte uns der Alltag wieder…. Abends saßen wir lange gemeinsam auf der überdachten Terrasse und erzählten. Meine Mutter erzählte viel aus ihrem Leben, Dinge von denen ich bisher keine Ahnung hatte. Ein seltenes Gefühl des Zusammenhaltes entstand und auf unsere Weise ließen wir meinen Vater daran teilhaben.

Trotzdem übermannte mich noch die Trauer, so auch am 14. Tag nachdem er von uns gegangen war. Ich stand im Garten mit unserer Topsi und mir liefen die Tränen, mein Mann kam dazu und fragte mich: „Na, denkst du immer noch daran?“. Ich schaute ihn an und war fassungslos! Ich fragte mich allen ernstes, wer war eigentlich dieser Mann mit dem ich seit 22 Jahren zusammen war und 3 gemeinsame Kinder hatte. Wortlos griff ich die Hundeleine und lief Richtung Strand. In den Dünen suchte ich mir eine einsame Stelle, die so schnell niemand finden konnte, weit weg von den Wegen. Weinend saß ich da im Sand, Topsi legte ihren Kopf auf meine Schenkel und winselte mit mir mit. Ich sah die Möwen, das Meer, den blauen Himmel mit den weißen Wolken die locker vorbei zogen und es war so ungerecht das dies mein Vater nicht mehr erleben und genießen durfte. Es tat so weh!

Als ich zum Haus zurück kam war die Stimmung eisig. Mein Mann zeigte kein Verständnis für mein Verhalten und so gingen wir wortlos ins Bett. Meine Gedanken kamen und kamen nicht zur Ruhe, mein Herz war schwer und fühlte sich wund an, ich fühlte mich so einsam und allein, obwohl Jörg keine 20 cm neben mir lag. Doch irgendwann schlief ich ein.

Diese Buch „Barfuss übers Lavafeld“ schrieb ich mir sozusagen von der Seele, mein Abschied von meinem Papa, meiner Schwester, meinem Exmann, meinem alten Leben und vielen anderen Dingen. Nichts bleibt wie es war, alles ändert sich! DAS ist die einzige Konstante im Universum……

Herzlichst, Sabine

Ein weiterer Verlust

Ein älterer Blogbeitrag aus meinem Leben. Es beschreibt einen Tag im Jahre 2006, vier Jahre nach dem Tod meines Vaters

 

…… ein weiterer kurzer Auszug aus meinem leider nicht mehr erhältlichen Buch  

„Barfuss übers Lavafeld“:

…………

Am folgenden Tag unternahm Renate, meine älteste Schwester, mit Tabletten einen Suizid- Versuch, und mein Sohn kam mit einem Katzenbaby nach Hause, dessen Mutter überfahren wurde. Ich dachte nur: „Einer geht und einer kommt!“

2 Tage lag sie noch im Krankenhaus an den Apparaten, Hirntot, doch die Maschinen durften erst abgestellt werden, als der Giftcocktail heraus war. Ich nahm alles mit seltsamen Abstand war. Natürlich war ich betroffen, doch zu der Zeit wusste ich schon vieles über Spiritualität und das die Seele ihren Weg schon vorher plant um bestimmte Erfahrungen zu machen, wusste, dass sie ganz gehen musste, sie hatte sich für diesen Weg entschieden. Ich stand am Tag darauf an ihrem Krankenbett und schaute sie an. Links stand mein Schwager, rechts meine Mutter und ich fragte mich, für wen das denn wohl nun schlimmer wäre. Ich diskutierte mit den Ärzten, Neurologen und Schwestern, jeder sagte, dass sie zu 99% hirntot sei und nicht selbst atmen könne, aber wie gesagt, die Maschinen könnten erst abgestellt werden, wenn alles an Medikamenten aus ihrem Körper heraus war. Dann würden noch weitere Tests folgen, und wenn es dann bei einer Null Linie im EEG bliebe, dann und erst dann könnte man die Geräte ausstellen. Grübelnd stand ich vor den Maschinen und suchte den Knopf, den man drücken oder den Stecker, den man ziehen müsste, doch Alfons sagte : „Wenn das jemand tut, dann ich, du musst für deine Kinder da sein!“

Ich war wütend, das ganze war menschenunwürdig, niemand hatte Hoffnung, und doch arbeiteten die Organe einwandfrei. Allerdings rechneten die Ärzte damit, dass der Kreislauf sogar von alleine versagen könnte. Doch immer, wenn mein Schwager sprach, stieg ihr Puls an, und ich brauchte Erklärungen. Also rief ich Erika Schmitt an, bei ihr hatte ich vieles gelernt, was für den menschlichen Verstand nicht greifbar war und fragte nach, was denn da eigentlich los sei. Sie nahm Kontakt zu Renates Seele auf und erklärte mir, dass sie nicht mehr in ihren Körper zurück könne, und dass sie nun Angst hätte, doch sie spürte, dass wir bei ihr waren. Ich solle auf meine innere Stimme hören, denn ich wüsste genau was zu tun sei.

Eine Krankenschwester bot an, mit der Seelsorge zu sprechen, beide lehnten erst ab, doch ich bestand darauf. Die Pastorin kam und führte uns in einen kleinen Raum, begann das Gespräch damit das niemand Schuld habe, das es ihr eigener Entschluss war und wir sie nun gehen lassen müssten. Ich sprach zuerst mit ihr, darüber, was in mir vorging, das gab meiner Mutter und auch Alfons Mut. Sie suchten im Anschluss nochmals das Gespräch, es tat einfach gut mit jemanden darüber zu sprechen, den Schmerz heraus zu lassen. Diese Gelegenheit nutzte ich um alleine mit meiner sterbenden Schwester zu sprechen. Dazu hielt ich ihre Hand und schaute immer wieder auf die Monitore, die ihren Herzschlag aufzeichneten und auch die Hirnströme. Als ich Anfing zu reden fiel erst ihr Puls etwas ab, doch als ich erwähnte, das sie ruhig gehen darf, es sogar muß, das sie keine Angst zu haben braucht, das alles gut sein würde, da schoss der Puls nach oben. Es war unglaublich. Ich sah in ihr Gesicht, jedoch keine Regung, ihre Hand lag warm in meinen, kein Druck, kein Flattern zu spüren, aber ihr Puls raste.

Zu dem Zeitpunkt waren meine Schwestern total zerstritten, es ging um das Erbe der gemeinsamen Oma und meine Mutter redete kein Wort mehr mit Doris, mein Schwager Alfons verbot sogar, dass Doris im Krankenzimmer Abschied nehmen durfte, doch dann fragte er mich, warum Renate nicht von alleine gehen würde.

Auf einmal war alles klar, meine Aufgabe bestand darin, dass sich meine Schwestern verabschieden können und darin, den Familienfrieden wieder herzustellen. Meine Mutter, die Erika ja auch kannte, flehte mich an, dass ich Alfons davon überzeugen solle, das Vergebung die höchste Art war, Respekt zu zeigen, vor uns allen und vor meiner sterbenden Schwester.

Ständig war ich am telefonieren, doch Doris war schon mit ihrem Mann Lothar nach Süddeutschland unterwegs. Sie durfte nicht ans Sterbebett unserer Schwester und wäre daran fast zerbrochen. Ihr Mann wollte sie ablenken, deshalb waren sie, als Alfons endlich bereit war, sie zur ihr zu lassen, schon fast 400 km weit weg. Sie würden es nicht rechtzeitig schaffen, um noch rechtzeitig da zu sein, denn der letzte Neurologische Test stand nun unmittelbar bevor. Wir mussten die Intensivstation für etwa eine Stunde verlassen. Zuerst gingen wir im Park spazieren, meine Mutter und ich setzten uns dann in die Cafeteria, beobachten Alfons dabei, wie er vor den Fenstern auf und ab lief, nervös eine Zigarette nach der anderen rauchte und die Minuten vergingen quälend langsam.

Der Anruf der Ärztin kam, der Test sei vorbei und wir könnten zurück auf das Zimmer. Den langen Gang dorthin im Bewusstsein, das wir nun zu meiner Schwester gingen um sie beim Sterben zu begleiten. Meine Mutter wurde auf dem Weg dorthin immer langsamer und unglücklich standen wir vor der Tür der Intensivstation. Niemand mochte auf die Klingel drücken, damit wir eingelassen werden. Keine Ahnung wer letztendlich dann doch den Knopf drückte und als kurze Zeit später der Türsummer ertönte hatte das etwas sehr grausames an sich.

Der Test erbrachte wie erwartet keine Reaktionen und die Ärztin fragte uns, ob wir noch Zeit zum verabschieden brauchten. Alfons wäre beinahe geplatzt, er schrie: „Wir haben uns jetzt 3 Tage verabschieden müssen“. Als dann die Maschinen abgestellt wurden, hielt ich Renates linke Hand, Alfons ihre rechte, meine Mutter stand weinend am Fußende und streichelte über ihre Beine. Ich sprach Gebete und bat die geistige Welt ihr zu helfen.

Es dauerte eine Ewigkeit bis der Herzschlag nachließ und es tat weh, sie dort so liegen zu sehen, ich war so machtlos. plötzlich verstärkte sich ihr Griff um meine Hand, die zusammen mit ihrer auf ihrer Hüfte lag, und sie zog den Arm mit aller Kraft an ihre Brust, zeitgleich drehte sie ihren Kopf in die Richtung ihres Mannes und ich rief nur panisch: „ich bin das nicht, das macht sie, ich bin das nicht!“, und ich suchte verzweifelt den Schalter um das Beatmungsgerät wieder einzuschalten. Meine Mutter und mein Schwager sahen dies mit weit aufgerissenen Augen, doch wir konnten nichts tun. Dann wurde es weniger, der Druck ließ nach und ihr Kopf und der Arm rutschten wieder in die alte Position zurück. Ihre Finger waren auf einmal sehr kalt und ich griff mit der anderen Hand an ihren Arm, und zu prüfen, wie dort die Temperatur war. Ich konnte mit meiner rechten Hand förmlich verfolgen wie die Kälte auf ihrer Haut langsam aber sicher Richtung Oberarm wanderte. Der Monitor zeigte kaum noch einen Puls, und die Ärztin kam rein, um auch dieses Gerät auszuschalten. Sie schrieb die Uhrzeit auf für den Totenschein und bat uns, nun das Zimmer zu verlassen. Wir könnten in ungefähr 30 Minuten wieder kommen, dann wären die Schläuche entfernt und man hätte sie dann aufgebahrt. Ich schaute auf die Uhr, das ganze hatte fast 15 Minuten gedauert, ich war tief erschüttert. Ohne etwas zu sagen, sind wir drei wieder  in den Park gegangen und jeder führte einige Telefonate. Alfons mit seiner Mutter, meine Mutter mit Ellen und Bernd, ich mit meinen Kindern und Erika. Diese sagte mir, dass ich es sehr gut gemacht hätte, aber noch Arbeit auf mich warten würde, damit Renates Seele ins Licht gehen könnte. Wieder funktionierte ich nur, aber diesmal war es etwas anders. Ich wusste, dass ich noch etwas für sie tun konnte, und ich akzeptierte ihre Entscheidung, so aus dem Leben zu gehen.

Die Zeit vor der Beerdigung war noch mal richtig schlimm. Meine Mutter sagte, wenn Doris käme, bliebe sie weg und umgekehrt auch. Mir platzte fast der Kragen, ich knallte ihnen das Buch von Neale Donald Walsh, Ich bin das Licht, die kleine Seele spricht mit Gott, auf den Tisch und zischte, sie sollten das gefälligst lesen und dann entscheiden.

Alles beruhigte sich, und ich saß mit meinen Kindern in der ersten Reihe auf der linken Seite, meine Mutter mit Alfons und seiner Mutter rechts, meine Schwester kam erst später und setzte sich in die hinterste Bank, zusammen mit ihrer Familie. Ich beobachtete, dass sogar mein Nochmann erschien. Ich sah nur aus den Augenwinkeln seine Schuhe und wie er mit 3 gelben Rosen in seinen zitternden Händen am Sarg stand, dachte bei mir: „Siehst du, hier sitzt deine Familie und du gehörst nicht mehr dazu“. Später am offenen Grab gab er mir sogar die Hand und klopfte mir auf die Schulter und sagte: „Es tut mir leid Maus!“, mir fiel der Unterkiefer herunter und zu meiner Mutter sagte er: „Na Schwiegermutter, nun reicht es aber hin, Kopf hoch!“. Ich wunderte mich über gar nichts mehr….

Nach dem anschließenden Kaffee trinken fuhr ich mit den Kindern nach Hause, Topsi musste ja schließlich raus. Auf dem Heimweg kam ich am Laden von Frank und Suse vorbei und davor stand der Wagen von Jörg. Ich schnappte mir meinen Hund und ging mit ihr Richtung Laden. Es war mir ein Bedürfnis ihm zu danken das er trotz allem dabei war. Wir wechselten ein paar Sätze doch dann ignorierte er mich total, streichelte nur den Hund wie verrückt.

In den folgenden Tagen und Wochen  tat ich noch einiges, um Renates Seele den Weg ins Licht zu ebnen. Zu dieser Zeit immer wieder bis tief in die Nacht Nachrichten und Telefonate mit Andreas. Sehr gefühlvoll, sehr intensiv…. Sehr nah……

Abschied

     Foto von: Jürgen Helm

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¯¯¯¯¯¯¯\)¯¯\)¯¯¯’\_„„„,\)

Kopiere diese Rose…

… wenn Du jemand im Himmel hast,

den Du nie vergessen wirst….

So war es heute auf vielen Pinnwänden bei Facebook zu lesen. Auch ich habe diese Rose kopiert und auf meine Pinnwand gesetzt, im Gedenken an meinen Vater.

Er ging seit mehr als 9 Jahren von uns,  plötzlich und unerwartet wie man dann so schön sagt. Heute fühlte ich mich durch diese Pinnwandeinträge wieder an diese Zeit erinnert – mit Abstand die schlimmste in meinem Leben 😦

Plötzlich und unerwartet…… hmmm nun im Rückblick muß ich gestehen, das dem nicht so war. Ich muß mir eingestehen, das ich es damals geahnt habe, schon Wochen vorher! Aber ich gestand es mir nicht ein, wollte es wohl auch nicht wahr haben. Heute erkenne ich die Anzeichen, wenn sich eine Seele entschlossen hat zu gehen, nur damals war es nicht so.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag, als wäre es gestern erst gewesen. Es war brütend heiß, man bekam kaum Luft und ich dachte den ganzen Tag daran, das ich zu meinem Vater muß. Ich hab es nicht getan! Doch wer mag liest selbst…..

Es folgt ein Auszug aus meinem ersten Buch „Barfuß übers Lavafeld“, welches leider nicht mehr im Handel erhältlich ist. Doch diesen Auszug hier möchte ich gern mit euch teilen:

Dann stand der Sommer 2002 vor der Tür, ein gemeinsamer Urlaub in Dänemark mit meinen Eltern war geplant, das Haus direkt am Strand gebucht und ich hielt an einem recht heißen Tag einen Vortrag für eine Kollegin und deren Interessenten. Ständig hatte ich das Gefühl, ich muß zu meinen Eltern fahren, doch ich tat es nicht. Die Mädchen waren beide bei ihnen und am Abend wollten sie nach Hause kommen, weil Oma und Opa einen Krankenbesuch machen wollten. Die Unruhe hielt an, zu Hause lief ich ungeduldig hin und her, es trieb mich förmlich von zu Hause weg. Ich schnappte mir den Hund, lief eine Runde, aber es blieb unverändert. Meine Töchter kamen lachend nach Hause, braungebrannt…..und gutgelaunt, sie hatten einen schönen Tag im großen Planschbecken verbracht und sind mit meinen Eltern gemeinsam ein Stück gemeinsam Richtung unser Haus gegangen, alles schien in Ordnung zu sein und doch hatte ich dieses Gefühl etwas tun zu müssen. Ich sprach darüber mit Jörg doch er meinte ich könne doch nicht zu meinen Eltern gehen wenn diese selbst zu Besuch wären. Hm, ok, das sah ich ein und dann kam noch mein Schwager zu uns, der mir ein verspätetes Geburtstagsgeschenk brachte, ein Buch, das ich mir zwecks Fortbildung gewünscht hatte. Thema: Heilwirkung der Aloe Vera Pflanze, welches ich mir am späteren Abend im Bett zum lesen vornahm. Mein Mann fuhr zur Nachtschicht und die Kinder waren im Bett, am kommenden Tag sollte es die Zeugnisse geben  und die Ferien fingen an. Gegen 22:30 Uhr klingelte das Telefon, ich dachte es sei Jörg, war genau die Zeit bevor die Schicht los ging und so manches mal rief er mich an um noch einige Worte mit mir zu wechseln, doch er war es nicht. Es war Gerd, der Freund meiner Eltern, ich müsse sofort kommen, Papa wäre umgefallen, es ginge ihm nicht gut. Meine Augen vielen in dem angefangen Buch auf das Wort Herzinfarkt und ich sprang in meine Hose, Bluse drüber, Handy und Autoschlüssel geschnappt und los bin ich. Keine 4 Minuten nach dem Anruf war ich vor Ort. Gerd kam mir ganz aufgeregt die Treppe herunter entgegen, murmelte vor sich hin, ganz schlimm ganz schlimm und eine seltsame Ruhe ergriff mich. Ich stürmte die Treppe hoch in den Flur rein, Hannelore, die Freundin meiner Mutter saß weinend auf der Treppe auf der linken Seite, meine Mutter stand vor dem Gäste WC und hielt sich die Hände vor den Mund, mein Vater lag darin lang ausgestreckt und rührte sich nicht mehr. Er war zum austreten gegangen, hat noch die Spülung betätigt, jedoch zum Händewaschen kam er nicht mehr. Ein Blick genügte und ich wusste das er nicht mehr in dieser Welt weilte. Dann funktionierte ich nur noch, ich rief meinen Mann an, meine Schwiegermutter, das sie bitte nach meinen Kindern schauen soll, dann versuchte ich meine Schwestern zu erreichen, Gerd versuchte noch Herzmassage und Mund zu Mund Beatmung, rief immer wieder die Notrufzentrale an wo der Krankenwagen bliebe und alles schien auf einmal wie ein schlechter Traum zu sein. Die Gedanken überschlugen sich: Das kann er doch nicht machen, nicht jetzt, wir wollen doch in den Urlaub, morgen will er mit den Kindern Eis essen gehen, wie soll es weiter gehen, hätte ich vorher zu ihm fahren sollen, wie geht es meiner Mutter, warum weint Hannelore, was werden die Kinder sagen; Papa warum? Papa es tut so weh, bitte komm wieder, bitte sag mir das alles ist nur ein schlechter Traum. Du hast dir doch erst vor 2 ein halb Wochen ein neues Auto gekauft, das musst du doch fahren, Papa steh endlich auf und sprich mit mir……

Dann kam der Krankenwagen mit dem Notarzt, 2 Männer zogen den Körper meines Vaters in den Windfang und das ganze Programm musste durchgespielt werden. Sie rissen ihm sein Hemd auf, legten Zugänge, Elektroschocks, Adrenalin wurde gespritzt und ich stand zu seinen Füßen und beobachtete was dort genau vor meinen Augen ablief. Ich dachte es ist genau wie in diesen Arztserien, die wissen was sie tun, aber sein Herzschlag setzte nicht mehr ein, es war zu spät. Gerd führte meine Mutter von mir weg ins Wohnzimmer, ich blieb stehen, wollte es nicht wahrhaben, versuchte in Gedanken ihn zu ermuntern doch zurück zu kommen. Heute weiß ich das er ein Pflegefall geblieben wäre, sein Gehirn war schließlich zu lange ohne Sauerstoff.

Der Notarzt sah mich nach einer ganzen Weile an und schüttelte nur den Kopf, er könne nichts mehr tun und es täte ihm leid. 2 der Sanitäter gingen nach draußen vor die Tür und unterhielten sich über den bevorstehenden Urlaub und lachten – klar, ihr Alltag, sie dürfen sich nicht so emotional in ihrer Arbeit geben, die Belastung wäre ja kaum auszuhalten, aber ich saß da im Flur, hielt die Hand meines Vaters, versuchte sein Hemd gerade zu rücken, wischte die Gelreste von seinem Oberkörper und wurde zunehmend wütender auf diese Männer. Wie konnten sie nur so fröhlich sein wo doch gerade eben unsere Welt zusammen gebrochen war?? Gerd kam, sah es und ging vor die Tür und stauchte die Männer ordentlich zusammen. Der Notarzt war bei meiner Mutter, die total unter Schock stand und behandelte sie, ich bin wieder in den Flur, legte eine Decke über den Körper meines Vaters und hielt weiterhin seine Hand in meiner. Ich weiß heute gar nicht mehr ob ich weinte, ich glaube eher nein, aber ich hielt Zwiesprache mit ihm, sagte ihm das er keine Angst haben müsse, das er ins Licht gehen darf und wie lieb ich ihn habe. Dann sah ich in sein Gesicht und hoffte darin irgend eine Regung zu sehen, das ein Wunder geschähe und er die Augen aufschlägt und sagt: „Man hab ich einen Blödsinn geträumt!“, aber da war nichts, bis auf ein kleines Flattern in seiner Hand, wie ein kaum spürbarer Händedruck und sofort flogen meine Augen wieder hoch zu seinem Gesicht, leichte Panik überkam mich, ich wollte die Männer zurück rufen, sie bitten noch mal alles zu versuchen, ich habe ja schließlich eine Regung gespürt, doch es war vorbei.

Der Notarzt kam aus dem Wohnzimmer in dem er meiner Mutter eine Beruhigungsspritze gegeben hat, blieb bei mir im Flur stehen, legte seine Hand auf meine Schulter und sagte: „Es tut mir aufrichtig leid, ich hätte ihn gern für Sie gerettet, aber es lag nicht in meiner Macht“, dann drückte er kurz zu und als ich zu ihm auf sah hatte er Tränen in den Augen. Eine Welle des Mitgefühls überkam mich und so nickte ich nur und er ging.

Ich weiß nicht wie lange ich noch dort saß, auf einmal waren sie alle da, mein Schwager Lothar mit meiner Schwester Doris, meine Nichte Yvonne mit ihrem Freund Fabio und dann ging es ganz schnell. Der Bestatter wurde bestellt und kam innerhalb kurzer Zeit und Lothar, Fabio und Gerd halfen ihm den Körper meines Vaters aus dem Haus zu tragen. Ich wurde indem in die Küche geschoben und von meiner Schwester festgehalten. Mein Schwager wollte nicht das ich zuschaue wie sie ihn weg tragen. Irgendwann riss ich mich los und lief hinterher, da wurde gerade die Tür vom Leichenwagen zugemacht. Dann setzte sich der Wagen in Bewegung und ich schaute hinterher bis er um die Ecke verschwand. Mir zerriss es förmlich das Herz. Erst dann kam mein Mann, er kam direkt von der Arbeit und war kurz bei den Kindern, aber seine Mutter war schon da. Keine Umarmung, nur ein kurzes über den Arm streicheln, das war es. Ich registrierte es außergewöhnlich hellwach, aber maß dem irgendwie doch keine Bedeutung bei.

Meine Schwester blieb über Nacht bei meiner Mutter, ich wollte nur nach Hause in mein Bett, irgendwer fragte, ob ich denn überhaupt Auto fahren könne, doch ich konnte. Meine Schwiegermutter saß bei uns im Windfang, auch sie war irgendwie seltsam förmlich, aber unser Hund Topsi kam mit eingekniffenen Schwanz zu mir, stupste mich an und winselte leise. Irene sagte, das sie die ganze Zeit gejault hätte.

Dann lag ich im Bett, irgendwie hellwach und doch betäubt versuchte ich das ganze Ausmaß zu begreifen. Es ging nicht. Irgendwann viel ich in den Schlaf und mein Wecker holte mich aus der Hölle. Ich dachte noch:“ meine Güte, was war das für ein Alptraum“, doch mit einem Schlag war die Realität wieder da. Ich musste die Kinder wecken, ihnen die Nachricht beibringen, mit Ihnen die Zeugnisse abholen und dann zu meiner Mutter fahren. Wir mussten ja so viel erledigen. Die Beerdigung musste irgendwie organisiert werden und dazu mussten wir halt gemeinsam dort hin. Meine Tante Uschi, die kleine Schwester meines Vaters und mein Mann begleiteten uns. Fassungslos suchten wir nach Worten, doch Frau Daedther führte uns einfühlsam durch das Gespräch. Meine Mutter saß nur kopfschüttelnd da und sagte: „Wir wollten doch jetzt Eis essen gehen und kein Begräbnis bestellen.“ Sie war kaum fähig eine Entscheidung zu treffen, deshalb übernahm ich das. Ich suchte den Sarg aus und den Text der in der Zeitung stehen sollte.

„Niemand fragt, ob es einem Recht ist Abschied zu nehmen von seinem Leben, seinen Gewohnheiten und seinen Lieben. Was bleibt, ist dieses zusammenbrechen um dann neu aufzubrechen“.

Als wir damit fertig waren, sind wir ins Haus zu meiner Mutter zurück, im Bad zeigte sie uns noch seine Fingerabdrücke, die er beim duschen an der Duschkabine hinterlassen hatte und dann kamen die treuen Freunde aus Berlin, Ellen und Bernd. Sie blieben eine ganze Woche und halfen wo sie nur konnten. Sie haben extra einen geplanten Urlaub abgesagt und wir mussten uns der harten Realität stellen.

Am folgenden Tag konnten wir uns meinen Vater noch mal ansehen. Ich habe ihm einen langen Brief geschrieben, allerdings weiß ich heute nicht mehr genau was alles darin stand. Die Kinder malten Bilder und Laura und Maik wollten unbedingt mit um sich vom Opa zu verabschieden. Meine Schwiegermutter war total dagegen, doch ich setzte mich durch. Mein Mann hielt sich raus, er war eh irgendwie ganz weit weg.

Am Nachmittag war es soweit, meine Nichten waren auch dabei, meine Tante, Ellen und Bernd, die Kinder, meine Mutter und ich. Laura und Maik haben ihm eine Rose in die gefalteten Hände gelegt, er sah so friedlich aus und ich dachte mir Papa mach endlich die Augen wieder auf, doch das tat er natürlich nicht. Nach und nach leerte sich der kleine Raum und ich war an der Reihe an seinen Sarg zu treten. Ich steckte ihm den Brief ins Jackett, streichelte über die kalten Hände und fühlte seine Stirn, sie war eiskalt und hart, der Vergleich mit einer kalten Porzellantasse kam mir in den Sinn und endlich, endlich liefen die Tränen. Es wurde Zeit sich zu verabschieden und ich ging rückwärts bis zur Tür, ich wollte die letzte sein, die ihn dort so liegen sah. Irgendwie gab mir das etwas Trost.

Die Tage vergingen und ich war irgendwie in einem Vakuum, ich funktionierte, erklärte den Kindern, tröstete wo ich konnte, half meiner Mutter und dachte mir so manches mal: „Wer tröstet eigentlich mich?“. Unsere jüngste Tochter Laura schlief schlecht, sie wurde Nachts wach, hat dann bei uns im Bett geschlafen, weil sie immerzu ihren Opa sah, ich habe nur immerzu sein After Shave gerochen. Ich habe Laura dabei beobachtet, scheinbar schlief sie und als ob sie an unsichtbaren Schnüren hochgezogen wurde wie eine Marionette, setzte sie sich auf, riss die Augen weit auf und starrte ans Fußende. Wenn ich sie ansprach, reagierte sie erst nicht, dann jedoch legte sie sich wieder hin und kurz darauf schlug sie die Augen auf und flüsterte: „Opa war da, er sagt es geht ihm gut“, oder „heute hatte er seine Gartenjacke an, aber irgendwie hat er keine Zähne, aber er lacht“. So ging es einige Nächte und dann stand der Montag vor der Tür! Der Tag der Beerdigung! Mich packte die Angst, ich wollte das so nicht. Das hatte so was endgültiges! Zum ersten mal griff ich zu einer Beruhigungstablette. Als wir uns alle Richtung Friedhof in Bewegung setzten schwirrten mir die Gedanken: „Ich muß Mutti stützen, ob Renate gut auf die Kinder aufpasst?, muß ich nicht bei meinen Kindern sein, sie sitzen hinter mir, nicht bei mir, denn da sitzt Mutti und so drehten sich die Gedanken immer weiter. Als wir aus dem Auto stiegen trauten wir unseren Augen nicht! So viele Menschen standen dort, das hätten wir nie für möglich gehalten. Eine Umarmung hier, ein Schulter klopfen da, gemurmelte Worte des Mitleids, wir ließen alles über uns ergehen und betraten dann die Halle wo der Sarg schon aufgebahrt war. Darin lag also nun mein Papa, mit den Rosen und den Briefen und Bildern. Ich konnte es nicht begreifen. Ich sah das der Pastor kam und einige Worte sprach und dann war dieser Teil vorbei. Wir folgten dem Sarg nach draußen, durch ein Menschenmeer. Ich sah sie alle und doch wieder nicht. Die Kinder waren sehr tapfer, gingen direkt hinter uns, meine Mutter murmelte nur immer wieder nein, nein, nein. Der Moment des letzten Segens kam und der Sarg wurde in die Erde gelassen. Das war der Moment der mich aus meiner Lethargie riss. Alles in mir wollte dem nach, ich wäre am liebsten hinterher gesprungen. Es war unerträglich zu sehen wie langsam eine Schaufel Erde der nächsten folgte. Ich war so wütend, so traurig so verletzt und musste doch brav meine Rolle spielen.

Am Nachmittag haben wir das Grab noch mal besucht, die Blumen leuchteten schon von weitem und in mir machte sich wieder eine seltsame Ruhe breit. Fast so als sei eine Last von mir gefallen. In der Küche meiner Mutter viel mir meine älteste Schwester Renate um den Hals und weinte bitterlich: „Der arme Kalle, nun liegt er da in der kalten Erde, so ganz allein“, ich dachte nur während ich sie hielt: „Was will sie eigentlich, es ist mein Vater, nicht ihrer (meine Schwestern sind aus erster Ehe meiner Mutter), aber ich wusste auch gar nicht mehr ob und was ich fühlte, für uns ging das Leben weiter. Wenn auch anders, selbst wenn man glaubt, es kann gar nicht weiter gehen, so ist die Zeit doch unerbittlich und rückt Stunde um Stunde vor.

Jeden morgen ging ich zum Grab, sogar zusammen mit Topsi, sie schien auch zu spüren das es der geliebte Opa Kalle war, der dort lag. Als es Nachts anfing zu regnen, wäre ich am liebsten hingelaufen und hätte mich darüber geworfen, so unerträglich war mir der Gedanke das der ganze Schlamm den Sarg tief in der Erde erreicht und alles durchweicht.

Nun kam die Zeit unseres geplanten Urlaubes, der Hausarzt meinte wir sollen auf jeden Fall fahren und so kam es das wir meine Schwester Doris noch mitnahmen. Maik und Laura fuhren mit Papa und Topsi im Sharan, mit den ganzen gepackten Sachen, Lebensmitteln und Surfbrettern, ich fuhr das Auto meines Vaters, was er erst vor knapp 4 Wochen gekauft hatte, darin saßen meine Mutter, meine Schwester und Julia, meine älteste Tochter. Schon als wir aus dem Ort heraus fuhren, hatte ich das Gefühl ich würde meinen Vater im Stich lassen und innerlich weinte ich bittere Tränen, doch ich fuhr dem vorausfahrenden Auto einfach hinterher. Es war wie in einem schlechten Traum. Mit jedem Kilometer den wir zurück legten, starb irgendwie ein Teil von mir und doch kamen wir nach 7 Stunden fahrt an unser Ziel an.

Wir holten die Schlüssel für unser Haus und fingen an uns einzurichten. Irgendwie hatte uns der Alltag wieder…. Abends saßen wir lange gemeinsam auf der überdachten Terrasse und erzählten. Meine Mutter erzählte viel aus ihrem Leben, Dinge von denen ich bisher keine Ahnung hatte. Ein seltenes Gefühl des Zusammenhaltes entstand und auf unsere Weise ließen wir meinen Vater daran teilhaben.

Trotzdem übermannte mich noch die Trauer, so auch am 14. Tag nachdem er von uns gegangen war. Ich stand im Garten mit unserer Topsi und mir liefen die Tränen, mein Mann kam dazu und fragte mich: „Na, denkst du immer noch daran?“. Ich schaute ihn an und war fassungslos! Ich fragte mich allen ernstes, wer war eigentlich dieser Mann mit dem ich seit 22 Jahren zusammen war und 3 gemeinsame Kinder hatte. Wortlos griff ich die Hundeleine und lief Richtung Strand. In den Dünen suchte ich mir eine einsame Stelle, die so schnell niemand finden konnte, weit weg von den Wegen. Weinend saß ich da im Sand, Topsi legte ihren Kopf auf meine Schenkel und winselte mit mir mit. Ich sah die Möwen, das Meer, den blauen Himmel mit den weißen Wolken die locker vorbei zogen und es war so ungerecht das dies mein Vater nicht mehr erleben und genießen durfte. Es tat so weh!

Als ich zum Haus zurück kam war die Stimmung eisig. Mein Mann zeigte kein Verständnis für mein Verhalten und so gingen wir wortlos ins Bett. Meine Gedanken kamen und kamen nicht zur Ruhe, mein Herz war schwer und fühlte sich wund an, ich fühlte mich so einsam und allein, obwohl Jörg keine 20 cm neben mir lag. Doch irgendwann schlief ich ein.

Diese Buch „Barfuss übers Lavafeld“ schrieb ich mir sozusagen von der Seele, mein Abschied von meinem Papa, meiner Schwester, meinem Exmann, meinem alten Leben und vielen anderen Dingen. Nichts bleibt wie es war, alles ändert sich! DAS ist die einzige Konstante im Universum……

Herzlichst, Sabine

Wenn Trauer die eigenen Enkel verstößt….

Ihr Lieben,

heute schreibe ich einen sehr persönlichen Artikel….. ich weiß durchaus, das dies auch aus der Emotion heraus geschieht, jedoch muß es raus! Ich hatte durchaus vor wenigstens eine Nacht darüber zu schlafen, doch gelingt mir das leider nicht……. bin halt auch nur ein Mensch!

Wer mich etwas kennt und den einen oder anderen persönlichen Artikel hier von mir gelesen hat, weiß um die Trauerfälle innerhalb meiner Familie und auch darum, das die Familie durch die Trennung von meinem ersten Mann und seinem späteren Suizid in 2 Teile gespalten ist. Unsere 3 gemeinsamen Kinder waren plötzlich nur noch „meine“, die Großeltern Väterlicherseits mieden den Kontakt….. erst kaum merklich, doch dann immer mehr. Dieses mündete sogar darin, das sie weder erfuhren, das der Großvater vor kurzem im Krankenhaus war. Ich ermunterte die Kinder (inzwischen ja junge Erwachsene, trotzdem MEINE Kinder!) nochmal den Kontakt zu suchen, um zu klären, denn eines Tages wird es dann dazu zu spät sein.

Mein Sohn hat es getan, er fuhr ins Krankenhaus um den Opa zu besuchen und wurde mit den harten Worten empfangen: „Was willst du denn hier?“.  Eine Versöhnung oder ein Zulassen gab es nicht. Doch für meinen Sohn war es wichtig, es zumindest versucht zu haben.

Meine Töchter gingen anders damit um. Die Jüngste bot der Großmutter an, sie auch mal ins Krankenhaus zu fahren, doch die Oma drehte sich immer weg. Selbst wenn sie ihr mit ihrem Hund auf der Straße begegnete….. ich kann nur erahnen, was dieses Verhalten in den Seelen anrichtete.

Meine Große war diejenige die versuchte aus der Ferne, wenigstens ab und an Kontakt zu halten, wie Anrufe zu den Geburtstagen, Weihnachten und mal zwischendurch, doch immer wieder wurde sie mehr oder weniger abgewimmelt….. sogar auf einen 4 Seiten langen Brief im letzten Jahr kam keine Antwort. Nach Außen hin tat sie immer, als sei ihr das dann egal, wenn etwas geschieht, doch wir wissen ja alle, wenn dann etwas Eintritt, wie ein Todesfall, dann kommen natürlich Trauer und auch mitunter unverarbeitete Dinge hoch.

Der Gipfel war jedoch, das wir vor ca. 2 Wochen aus der Zeitung erfuhren, das der Opa nun verstorben sei! Das Inserat war im kirchlichen Teil der Tagesszeitung, also keine Traueranzeige der Familie, denn sie wollten ja nicht, das meine Kinder etwas erfahren! Doch durch diese kleine fast unscheinbare Anzeige brach natürlich die kleine, bereits von Scherben und Trümmern übersähte Welt der Kids zusammen – mal wieder 😦

Die Danksagung jedoch einige Tage später war unterschrieben mit: Im Namen der gesammten Familie   – welch ein Hohn!

Ich versuchte zu dem Zeitpunkt noch heraus zu finden, wann die Trauerfeier sein würde, doch es war bereits alles zu spät und „gelaufen“! Die Kinder hatten keine Möglichkeit mehr, bei einer Trauerfeier gemeinsam von ihrem Großvater Abschied zu nehmen. Mir zerriss es innerlich schier das Herz. Ich spürte die Wut, die Trauer, die Traurigkeit und Fassungslosigkeit und konnte doch nichts tun. Also schrieb ich, nach 7 Jahren Funkstille mit mir und der Familie meines Exmannes, an meine Exschwiegermutter einen langen Brief, eine Kopie davon ging an meinen Exschwager. Ich wollte sie aufrütteln, erinnern, das ja in den 3 Kindern ein Teil ihres Sohnes weiter lebt und sie ja damals immer gern bei uns waren oder auch die Kinder zu sich holten…… natürlich kam da keine Reaktion! Doch mir war es wichtig auch mitzuteilen, das ich mich mit meinem Exmann ganz kurz vor seinem Tod ausgesprochen hatte. Nur wurde ich durch meinen letzten Besuch bei ihm als Schuldige abgestempelt, denn für diese Familie stand fest: Ich hatte ihn in den Tod getrieben! Ich schwieg damals, weil ich wusste, es war seine Entscheidung so von dieser Welt zu gehen….. das kann man hier im Blog alles nachlesen…..

Meine älteste Tochter war jedoch nun über diese Botschaft vom Tode des Opas und das man sie und ihre Geschwister so außen vor gehalten hat, vollkommen außer sich. Am liebsten hätte sie eine Anzeige in die zeitung gesetzt, doch ich konnte sie überzeugen, das sie damit nichts gewonnen hat. Sie schrieb also einen Brief an ihre Oma….. erzählte von ihrem Leben in der Zwischenzeit, bat um Kontakt, hin und wieder einen Anruf und wollte natürlich auch klar wissen, ob die Oma noch weiteren Kontakt wünschte oder nicht.

Vorgestern geschah dann sozusagen ein „kleines Wunder“, denn die Oma rief sie tatsächlich an. Sie war einverstanden das es hin und wieder ein paar Telefonate geben sollte, vielleicht sogar auch mal ein Treffen, ein gemeinsames zum Friedhof gehen, und sie sagte auch, das sie wohl auch einiges falsch gemacht hätte, der Opa jedoch aus verschiedensten Gründen nun mal nicht wollte das die Kinder davon erfahren. Meiner Tochter gelang es zu sagen: „Schwamm drüber, das kann ich jetzt so akzeptieren, lass uns doch nochmal gemeinsam neu anfangen!“.  In meinen Augen zeugt das von wahrer Größe!

Sie war so glücklich! Ich freute mich sehr für sie und hatte doch ein Ungutes Gefühl. Meine beiden anderen Kinder waren von dieser Vorgehensweise, also von dem verschweigen, so getroffen, das sie sagten, im Augenblick sind sie zu wütend, würden selbst keinen Kontakt mehr wollen – jedenfalls für die nächste Zeit nicht. Konnte ich auch verstehen!

Nun, mein ungutes Gefühl hat sich heute bestätigt 😦

Meine Tochter rief mich an um zu sagen, das die Oma erneut anrief um ihr nun mitzuteilen, das sie doch keinen Kontakt mehr will. Sie hätte auf Grund des Briefes so unruhig geschlafen und sie sieht ihren verstorbenen Mann im Traum, also möchte sie das bischen Zeit was ihr noch bleibt lieber in Ruhe leben!

UNFASSBAR!!!! Ich gebe zu, ich bin so wütend! Meine Tochter ist so unendlich traurig, enttäuscht, maßlos entsetzt…. nun muß sie auch noch damit wieder fertig werden.

Mein Sohn sagte darauf zu mir, es sei ihm egal (was ich nicht wirklich glauben kann), doch er ist sich sicher, das es eines Tages, wenn es einen Himmel gibt, die Antwort geben wird für dieses Verhalten und zwar von seinem Vater an dessen Mutter! Dieses scheint ihm ein kleiner Trost zu sein…… und ich wieß durch eine liebe Freundin, die mir schon einige Male ermöglicht hat über sie mit meinem verstorbenen Exmann zu kommunizieren, das er für dieses Verhalten so gar kein Verständnis hat und es nicht gutheißen kann.

Sein eigener Vater, dem sei er im Jenseits bereits begegnet, doch hätte er ihn nicht als seinen Sohn erkannt, weil er noch zu sehr in seiner eigenen Verbitterung gefangen sei. Diese Verbitterung und auch die Schuldgefühle haben ihn buchstäblich in den letzten Jahren von innen aufgefressen! Er hatte Krebs, äußerst agressiv!

Nunja, das musste nun einfach mal raus……. und ich werde mir mit meinen Kindern gemeinsam etwas überlegen, wie wir weiter vorgehen werden….  Ich weiß durchaus, das der Schmerz einer Mutter unermesslich ist, wenn sie auf welche Weise auch immer ein Kind verliert, doch sind die eigenen Enkel denn so gar nichts wert? Ich finde dieses Verhalten so herzlos, zumal es ja noch einen Sohn (mein Exschwager) gibt, der widerum einen Sohn hat. Für den ist sie ja wohl nach wie vor da.

Es scheint zu stimmen was meine Kinder vor einigen Jahren sagten, als dieses Kind auf die Welt kam:

„Mama, nun haben sie einen neuen Enkel, nun wollen sie uns nicht mehr!“

Trauerarbeit

Trauerarbeit

Der Tod gehört zum Leben dazu wie die Geburt. Hierzulande wird eine Geburt bejubelt und ein Tod beweint. Natürlich ist es schwer, einen geliebten Menschen gehen lassen zu müssen, in der Gewissheit, diesen hier auf Erden nie wieder zu sehen, nie wieder mit ihm/ihr zu frühstücken, zu reden, zu spielen, zu streiten, zu lieben u.v.m.

Doch versuchen Sie bitte, wenn auch nur für eine Weile, mal Ihre vorgefasste Meinung zum Thema Tod, beiseite zu schieben und eine andere Möglichkeit in Betracht zu ziehen.

Wie ich oben schon schrieb, eine Geburt wird bejubelt und der Tod beweint. Setzen wir einmal voraus, eine Seele inkarniert mehr als einmal auf dieser Welt, dann verlässt sie mit dem Zeitpunkt der weltlichen Geburt eine andere Heimat, einen anderen Raum und wenn diese Seele ihre Aufgabe hier erfolgreich beendet hat, kehrt sie wieder dorthin zurück.

Also ein kurzer Vergleich:

Eine Geburt hier wird freudig begrüßt und drüben? Wird dort geweint? Der Tod hier wird betrauert und drüben? Wird er freudig begrüßt?

Dieser Gedanke hat für mich etwas Tröstliches an sich.

Ich selbst habe schon sterbende

Menschen begleitet, gespürt als die Seele

den Körper verließ, wie sie empfangen

wurde von anderen Seelen, die diese

eine Seele buchstäblich „abholten“, um sie wieder nach Hause zu begleiteten.

Der Tod an sich ist nichts wovor man sich fürchten muss, im Gegenteil.

Man betritt einen neuen Raum, durchschreitet eine Tür und ist wieder eins mit seiner Seelenfamilie, kehrt Heim!

Für die Hinterbliebenen bleibt die Trauer, der Verlust, der Schmerz, doch darin liegt auch

eine Gewissheit, dass es dem „Vorangegangenen“ gut geht, befreit von der Last des Körpers,

der Schmerzen, der Pein. Sicher, ein

schwacher Trost, doch  ich bin mir sicher,

wir werden uns alle wieder sehen!

Gedanken zum Thema Tod

Denk Dir ein Bild:

Ein weites Meer – ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und gleitet hinaus in die See.

Du siehst wie es kleiner und kleiner wird.

Wo Wasser und Himmel sich berühren verschwindet es.

Da sagt jemand: „Nun ist es gegangen!”

Ein anderer aber sagt:

„Es kommt!“

Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont

ist nichts anderes als die Grenze unseres

Sehens.

Wenn wir um einen Menschen trauern

freuen sich andere, die ihn hinter dieser

Grenze wieder sehen.

-Otto Streiff-

Solltest DU Hilfe benötigen, weil DU um einen geliebten Menschen trauerst, so schau bitte unter „meine Angebote“. ICH bin gern für dich da!

Ein weiterer Verlust

…… ein weiterer kurzer Auszug aus meinem leider nicht mehr erhältlichen Buch  

„Barfuss übers Lavafeld“:

…………

Am folgenden Tag unternahm Renate, meine älteste Schwester, mit Tabletten einen Suizid- Versuch, und mein Sohn kam mit einem Katzenbaby nach Hause, dessen Mutter überfahren wurde. Ich dachte nur: „Einer geht und einer kommt!“

2 Tage lag sie noch im Krankenhaus an den Apparaten, Hirntot, doch die Maschinen durften erst abgestellt werden, als der Giftcocktail heraus war. Ich nahm alles mit seltsamen Abstand war. Natürlich war ich betroffen, doch zu der Zeit wusste ich schon vieles über Spiritualität und das die Seele ihren Weg schon vorher plant um bestimmte Erfahrungen zu machen, wusste, dass sie ganz gehen musste, sie hatte sich für diesen Weg entschieden. Ich stand am Tag darauf an ihrem Krankenbett und schaute sie an. Links stand mein Schwager, rechts meine Mutter und ich fragte mich, für wen das denn wohl nun schlimmer wäre. Ich diskutierte mit den Ärzten, Neurologen und Schwestern, jeder sagte, dass sie zu 99% hirntot sei und nicht selbst atmen könne, aber wie gesagt, die Maschinen könnten erst abgestellt werden, wenn alles an Medikamenten aus ihrem Körper heraus war. Dann würden noch weitere Tests folgen, und wenn es dann bei einer Null Linie im EEG bliebe, dann und erst dann könnte man die Geräte ausstellen. Grübelnd stand ich vor den Maschinen und suchte den Knopf, den man drücken oder den Stecker, den man ziehen müsste, doch Alfons sagte : „Wenn das jemand tut, dann ich, du musst für deine Kinder da sein!“

Ich war wütend, das ganze war menschenunwürdig, niemand hatte Hoffnung, und doch arbeiteten die Organe einwandfrei. Allerdings rechneten die Ärzte damit, dass der Kreislauf sogar von alleine versagen könnte. Doch immer, wenn mein Schwager sprach, stieg ihr Puls an, und ich brauchte Erklärungen. Also rief ich Erika Schmitt an, bei ihr hatte ich vieles gelernt, was für den menschlichen Verstand nicht greifbar war und fragte nach, was denn da eigentlich los sei. Sie nahm Kontakt zu Renates Seele auf und erklärte mir, dass sie nicht mehr in ihren Körper zurück könne, und dass sie nun Angst hätte, doch sie spürte, dass wir bei ihr waren. Ich solle auf meine innere Stimme hören, denn ich wüsste genau was zu tun sei.

Eine Krankenschwester bot an, mit der Seelsorge zu sprechen, beide lehnten erst ab, doch ich bestand darauf. Die Pastorin kam und führte uns in einen kleinen Raum, begann das Gespräch damit das niemand Schuld habe, das es ihr eigener Entschluss war und wir sie nun gehen lassen müssten. Ich sprach zuerst mit ihr, darüber, was in mir vorging, das gab meiner Mutter und auch Alfons Mut. Sie suchten im Anschluss nochmals das Gespräch, es tat einfach gut mit jemanden darüber zu sprechen, den Schmerz heraus zu lassen. Diese Gelegenheit nutzte ich um alleine mit meiner sterbenden Schwester zu sprechen. Dazu hielt ich ihre Hand und schaute immer wieder auf die Monitore, die ihren Herzschlag aufzeichneten und auch die Hirnströme. Als ich Anfing zu reden fiel erst ihr Puls etwas ab, doch als ich erwähnte, das sie ruhig gehen darf, es sogar muß, das sie keine Angst zu haben braucht, das alles gut sein würde, da schoss der Puls nach oben. Es war unglaublich. Ich sah in ihr Gesicht, jedoch keine Regung, ihre Hand lag warm in meinen, kein Druck, kein Flattern zu spüren, aber ihr Puls raste.

Zu dem Zeitpunkt waren meine Schwestern total zerstritten, es ging um das Erbe der gemeinsamen Oma und meine Mutter redete kein Wort mehr mit Doris, mein Schwager Alfons verbot sogar, dass Doris im Krankenzimmer Abschied nehmen durfte, doch dann fragte er mich, warum Renate nicht von alleine gehen würde.

Auf einmal war alles klar, meine Aufgabe bestand darin, dass sich meine Schwestern verabschieden können und darin, den Familienfrieden wieder herzustellen. Meine Mutter, die Erika ja auch kannte, flehte mich an, dass ich Alfons davon überzeugen solle, das Vergebung die höchste Art war, Respekt zu zeigen, vor uns allen und vor meiner sterbenden Schwester.

Ständig war ich am telefonieren, doch Doris war schon mit ihrem Mann Lothar nach Süddeutschland unterwegs. Sie durfte nicht ans Sterbebett unserer Schwester und wäre daran fast zerbrochen. Ihr Mann wollte sie ablenken, deshalb waren sie, als Alfons endlich bereit war, sie zur ihr zu lassen, schon fast 400 km weit weg. Sie würden es nicht rechtzeitig schaffen, um noch rechtzeitig da zu sein, denn der letzte Neurologische Test stand nun unmittelbar bevor. Wir mussten die Intensivstation für etwa eine Stunde verlassen. Zuerst gingen wir im Park spazieren, meine Mutter und ich setzten uns dann in die Cafeteria, beobachten Alfons dabei, wie er vor den Fenstern auf und ab lief, nervös eine Zigarette nach der anderen rauchte und die Minuten vergingen quälend langsam.

Der Anruf der Ärztin kam, der Test sei vorbei und wir könnten zurück auf das Zimmer. Den langen Gang dorthin im Bewusstsein, das wir nun zu meiner Schwester gingen um sie beim Sterben zu begleiten. Meine Mutter wurde auf dem Weg dorthin immer langsamer und unglücklich standen wir vor der Tür der Intensivstation. Niemand mochte auf die Klingel drücken, damit wir eingelassen werden. Keine Ahnung wer letztendlich dann doch den Knopf drückte und als kurze Zeit später der Türsummer ertönte hatte das etwas sehr grausames an sich.

Der Test erbrachte wie erwartet keine Reaktionen und die Ärztin fragte uns, ob wir noch Zeit zum verabschieden brauchten. Alfons wäre beinahe geplatzt, er schrie: „Wir haben uns jetzt 3 Tage verabschieden müssen“. Als dann die Maschinen abgestellt wurden, hielt ich Renates linke Hand, Alfons ihre rechte, meine Mutter stand weinend am Fußende und streichelte über ihre Beine. Ich sprach Gebete und bat die geistige Welt ihr zu helfen.

Es dauerte eine Ewigkeit bis der Herzschlag nachließ und es tat weh, sie dort so liegen zu sehen, ich war so machtlos. plötzlich verstärkte sich ihr Griff um meine Hand, die zusammen mit ihrer auf ihrer Hüfte lag, und sie zog den Arm mit aller Kraft an ihre Brust, zeitgleich drehte sie ihren Kopf in die Richtung ihres Mannes und ich rief nur panisch: „ich bin das nicht, das macht sie, ich bin das nicht!“, und ich suchte verzweifelt den Schalter um das Beatmungsgerät wieder einzuschalten. Meine Mutter und mein Schwager sahen dies mit weit aufgerissenen Augen, doch wir konnten nichts tun. Dann wurde es weniger, der Druck ließ nach und ihr Kopf und der Arm rutschten wieder in die alte Position zurück. Ihre Finger waren auf einmal sehr kalt und ich griff mit der anderen Hand an ihren Arm, und zu prüfen, wie dort die Temperatur war. Ich konnte mit meiner rechten Hand förmlich verfolgen wie die Kälte auf ihrer Haut langsam aber sicher Richtung Oberarm wanderte. Der Monitor zeigte kaum noch einen Puls, und die Ärztin kam rein, um auch dieses Gerät auszuschalten. Sie schrieb die Uhrzeit auf für den Totenschein und bat uns, nun das Zimmer zu verlassen. Wir könnten in ungefähr 30 Minuten wieder kommen, dann wären die Schläuche entfernt und man hätte sie dann aufgebahrt. Ich schaute auf die Uhr, das ganze hatte fast 15 Minuten gedauert, ich war tief erschüttert. Ohne etwas zu sagen, sind wir drei wieder  in den Park gegangen und jeder führte einige Telefonate. Alfons mit seiner Mutter, meine Mutter mit Ellen und Bernd, ich mit meinen Kindern und Erika. Diese sagte mir, dass ich es sehr gut gemacht hätte, aber noch Arbeit auf mich warten würde, damit Renates Seele ins Licht gehen könnte. Wieder funktionierte ich nur, aber diesmal war es etwas anders. Ich wusste, dass ich noch etwas für sie tun konnte, und ich akzeptierte ihre Entscheidung, so aus dem Leben zu gehen.

Die Zeit vor der Beerdigung war noch mal richtig schlimm. Meine Mutter sagte, wenn Doris käme, bliebe sie weg und umgekehrt auch. Mir platzte fast der Kragen, ich knallte ihnen das Buch von Neale Donald Walsh, Ich bin das Licht, die kleine Seele spricht mit Gott, auf den Tisch und zischte, sie sollten das gefälligst lesen und dann entscheiden.

Alles beruhigte sich, und ich saß mit meinen Kindern in der ersten Reihe auf der linken Seite, meine Mutter mit Alfons und seiner Mutter rechts, meine Schwester kam erst später und setzte sich in die hinterste Bank, zusammen mit ihrer Familie. Ich beobachtete, dass sogar mein Nochmann erschien. Ich sah nur aus den Augenwinkeln seine Schuhe und wie er mit 3 gelben Rosen in seinen zitternden Händen am Sarg stand, dachte bei mir: „Siehst du, hier sitzt deine Familie und du gehörst nicht mehr dazu“. Später am offenen Grab gab er mir sogar die Hand und klopfte mir auf die Schulter und sagte: „Es tut mir leid Maus!“, mir fiel der Unterkiefer herunter und zu meiner Mutter sagte er: „Na Schwiegermutter, nun reicht es aber hin, Kopf hoch!“. Ich wunderte mich über gar nichts mehr….

Nach dem anschließenden Kaffee trinken fuhr ich mit den Kindern nach Hause, Topsi musste ja schließlich raus. Auf dem Heimweg kam ich am Laden von Frank und Suse vorbei und davor stand der Wagen von Jörg. Ich schnappte mir meinen Hund und ging mit ihr Richtung Laden. Es war mir ein Bedürfnis ihm zu danken das er trotz allem dabei war. Wir wechselten ein paar Sätze doch dann ignorierte er mich total, streichelte nur den Hund wie verrückt.

In den folgenden Tagen und Wochen  tat ich noch einiges, um Renates Seele den Weg ins Licht zu ebnen. Zu dieser Zeit immer wieder bis tief in die Nacht Nachrichten und Telefonate mit Andreas. Sehr gefühlvoll, sehr intensiv…. Sehr nah……