Allerheiligen – 1. November

Kategorie: gesetzlicher Feiertag (arbeitsfrei) / kirchlich (katholisch)

Datum: 1. November (fix)

Verbreitung: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Bedeutung Allerheiligen

Der Tag dient dem Gedenken „aller Heiligen“, Märtyrer und Verstorbenen, die bereits zur Vollendung mit Gott gelangt sind. Im Vordergrund steht jedoch nicht die Trauer und das Gedenken der Verstorbenen. Wie der Name sagt, geht es vielmehr um das Gedenken aller „heiligen Menschen“, wobei mit „heilig“ hier nicht die offizielle Heiligsprechung von Märtyrern, die wegen ihres Glaubens gestorben sind, gemeint ist. In diesem Zusammenhang sind die Menschen damit gemeint, die Gott einen Platz in ihrem Leben einräumen. Diese Menschen werden nach ihrem Tod die höchste Vollendung in Gemeinschaft mit Gott erreichen. Diesen „alltäglichen Heiligen“ ist der Feiertag gewidmet.

Grundlegende Voraussetzung sind die christliche Überzeugung, dass durch Jesus Christus der Tod überwunden wurde und das durch ihn eine Verbindung zwischen Lebenden und Toten besteht sowie der Glaube an bzw. die Hoffnung auf die Auferstehung.

Brauchtum Allerheiligen

Es ist üblich, Friedhöfe zu besuchen und die Gräber zu schmücken. Es finden Gebete und Fürbitten für die Toten statt, um ihnen bei der Vollendung mit Gott zu helfen.

Typisch ist auch das Aufstellen und Entzünden von Kerzen – sogenannten „Seelenlichtern“. Die Kerze lässt man auch am nächsten Tag, an Allerseelen, noch brennen. Für diesen Brauch gibt es unterschiedliche Erklärungen:

  • das Kerzenlicht verkörpert das „ewige Licht“, welches den Verstorbenen leuchten soll
  • das Licht soll die Seelen anlocken und ihnen den Weg zum Ruheplatz des Körpers weisen
  • das Licht soll die Seelen wärmen
  • das Licht ist eine Schranke zwischen Lebenden und Toten
  • das Licht soll die bösen Geister vertreiben bzw. fernhalten (dies ist auch die Erklärung des Halloween-Brauches, einen Kürbis mit Fratzengesicht und Kerze darin aufzustellen)

Der Zeitraum vom 1.-8.11. wird als Seelenwoche bezeichnet. Früher dachten die Leute, daß in diesen Tagen die „armen Seelen“ anwesend wären.

Einem alten Aberglauben zufolge, war es lebensgefährlich, in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen ins Freie zu gehen, da Geister und Dämonen ihr Unwesen trieben.

Im Zusammenhang mit Allerheiligen ist auch das „Halloween“-Fest (welches am Vorabend von Allerheiligen – also am 31.10. – gefeiert wird) zu sehen, welches eine Mischung aus Jahresendbrauchtum vorchristlicher Zeit, verbunden mit Feierbräuchen zum Gedenken der Märtyrer und Heiligen sowie Ritualen zur Feier der Vereinigung von Lebenden und Toten darstellt. Insbesondere von Irland aus ist Halloween durch Auswanderer in die USA gekommen, wo es sich im Laufe der Zeit zu einem „eigenständigen“ lokalen Brauch entwickelt hat.

In dem Wort „Halloween“ steckt der Ausdruck „Hallows“, deutsch „Heilige“, der auf den ursprünglichen Zusammenhang mit dem Allerheiligen-Tag hinweist. In den USA kennt man Allerheiligen selbst jedoch nicht. Auch hat Halloween in den USA in seiner heutigen Form praktisch nichts mehr mit den ursprünglichen Gedanken gemein: es ist (im Gegensatz zu Deutschland) eher ein heiteres Fest, an dem ausgelassen gefeiert wird. In seiner Erscheinungsform erinnert es eher an unser Faschingsfest.

Geschichte / Ursprung Allerheiligen

Der älteste Hinweis auf das „Allerheiligen“-Fest findet sich im 4. Jahrhundert bei Johannes Chrysostomos wo für die Region Antiochia am Sonntag nach Pfingsten von einem „Herrentag aller Heiligen“ die Rede ist, der zunächst als Gedenktag für Märtyrer begangen wurde. In der (orthodoxen) Ostkirche haben sich dieses Fest und dieser Termin bis heute erhalten. In der Westkirche wurde der Termin ursprünglich übernommen. Im achten Jahrhundert tauchte „Allerheiligen“ als „Fest“ in Irland und England auf.

Ursprünglich wurde häufig eine Verbindung zwischen Ostern und dem Totengedächtnis gesehen, da davon ausgegangen wurde, daß das Fest der Auferstehung Christi (Ostern) und die dadurch erfolgte erneute Öffnung des Himmels für die Verstorbenen eng miteinander verknüpft sind.

Als dieser Zusammenhang zwischen Allerheiligen und Ostern zunehmend in Vergessenheit geriet, wurde von Papst Gregor III. (731-741), der auch intensivere Kontakte zu den britischen Inseln pflegte und der eine Kapelle in der Basilika St. Peter allen Heiligen weihte, der Feiertag auf den 1. November gelegt. Dieses Datum hatte darüber hinaus eine besondere Bedeutung: es war damals gleichzeitig sowohl Winteranfang als auch Jahresbeginn (vor allem der Anfang des Wirtschaftsjahres).

Durch irische und englische Mönche und Missionare wurde Allerheiligen Anfang des 9. Jahrhunderts auf dem Kontinent verbreitet.

Ende des 8. Jahrhunderts begann man das Fest im gallikanischen Bereich zu feiern. Papst Gregor IV. dehnte 839 den Gedächtnistag auf die ganze Kirche aus.

835 führte Papst Gregor IV. (828-844) dann den Allerheiligen-Tag – mit Unterstützung des deutschen Kaisers Ludwig des Frommen (814-840) – „offiziell“ auch in Kontinentaleuropa ein.

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