Paradigmenwechsel: Tausche Luxus gegen mentale Freiheit

24 Mrz 2015 Von Kommentare: 1 Gesellschaft, Zeitgeschehen

Quelle: http://www.2012spirit.de/2015/03/paradigmenwechsel-tausche-luxus-gegen-mentale-freiheit/

Paradigmenwechsel: Tausche Luxus gegen mentale Freiheit

24 Mrz 2015 Von Kommentare: 1 Gesellschaft, Zeitgeschehen

Tammy Strobel Tiny HouseImmer mehr Menschen erkennen, dass sie von materiellem Besitz alleine nicht glücklich werden können. Um das eigene Leben einfacher zu machen und zu ent-schleunigen, gelangen sie zur Erkenntnis, dass weniger mehr ist. Das materielle Besitztum auf ein Minimum zu reduzieren ist für sie wie eine Befreiung der Seele. Denn je mehr der Mensch besitzt, desto mehr Probleme tun sich in Wirklichkeit auf. Ist es nur ein kurzweiliger neuer Trend oder der Beginn eines Paradigmenwechsels, wenn Menschen alte ausrangierte Zirkuswägen oder andere Wohnwägen kaufen, diese umbauen und dort einziehen?

 

Tiny Houses

Der Party-Profi Ralf Koppetzki (40) kaufte sich vor Kurzem den 10,50 x 2,50 Meter messenden Direktorenwagen des kürzlich verstorbenen Zirkusgründers Rudolf Probst (1922-2015), plant diesen umzubauen um dort irgendwann autark, mit einem Ofen, leben zu können. Koppetzki sagt, er möchte irgenswann aus dem Luxusleben heraus, sich freiwillig einem Bewusstseinswandel unterziehen und aus dem Konsumkreislauf ausbrechen.

Die Kosten der mobilen Mini-Häuser liegen im vierstelligen Euro-Bereich und erfreuen sich derzeit sehr großer Beliebtheit. Der Trend der “Tiny Houses” kommt aus den USA, wo man in einem Wohnraum zwischen 8 und 60qm leben kann, und der gerade nach Deutschland rüberschwappt. Ein Eigenheim zum günstigen Preis, wenn man ein bescheidenes, aber günstiges Leben vorzieht und die strengen Vorschriften in Deutschland beachtet. Um entsprechende Genehmigungen hierzulande zu bekommen erweist es sich tatsächlich als geschickter, das kleine Eigenheim auf Achsen zu bauen. Die Tiny Houses sind meist völlig autark (Regenwasser, Solar und/oder Holzofen) und brauchen keine Anschlüsse für Strom und Wasser, was bedeutet dass man von den Energieversorgern weitgehend unabhängig ist.

Auch Tammy Strobel aus den USA erfüllte sich mit ihrem Partner den Traum von einem Leben in einem günstigen und gemütlichen, kleinen aber feinen Tiny Home. Es hat nur ca. 12 qm Wohnfläche, ist mobil und komplett aus Holz gebaut:

Tiny House

In den deutschsprachigen Ländern muss man sich auf alle Fälle frühzeitig bei den Behörden informieren, wenn man plant man ein Tiny House zu bauen, da es leider noch einige bürokratische Hürden zu meistern gibt. In den USA ist das wesentlich einfacher geregelt.

Was man zum Leben wirklich braucht

Gedanken, was man wirklich zum Leben braucht, lenken den Fokus auf die wichtigen Dinge, vom Außen ins Innere. Vielleicht kann es ein Ziel sein, z.B. wenn die Kinder aus dem Haus sind, und man nicht mehr so großen finanziellen Druck hat, dass man seine Arbeitszeit verkürzt und dafür auf einige materielle Dinge einfach verzichtet, in eine kleinere Wohnung zieht. Materielle Gegenstände oder Luxusgüter werden dann eingetauscht gegen mentale Freiheit und seelisches Wohlbefinden. Warum haben wir einen überfüllten Kleiderschrank und ziehen dennoch immer dieselben Klamotten an? Warum haben wir ein Auto und bewegen es nur ein bis zweimal im Monat?

Ein neues Bewusstsein für eine hoffentlich bald neue Welt könnte sich dann auftun, wenn der Mensch sich selbst etwas herunterfährt und erkennt was er wirklich zum Leben braucht. Mental wie materiell. Natürlich wären auch nahezu alle Wirtschafts- und Industriezweige sowie die Globalisierung im großen Stile davon betroffen, würde jeder Mensch weniger konsumieren. Aber der dringend benötigte Paradigmenwechsel kann nur dann beginnen, wenn sich jeder an die eigene Nase fasst und anfängt, den Prozess des Nicht-Anhaftens selbst praktiziert. Die Phase des Wandels wird sicher nicht einfach und schon gar nicht luxuriös, aber der Zeitpunkt, an dem sich die Menschheit ihrer Verantwortung stellen muss, ist schon lange da.

Ausmisten

Im kleinen Stil anfangen kann man beispielsweise, wenn man den Keller durchmistet und prüft, was man im Laufe der Jahre angesammelt und wie oft man es gebraucht hat. Vielleicht sind es Dinge, die noch funktionsfähig sind, und die ärmere Menschen händeringend gut gebrauchen können. Wenn man anfängt, seinen ganzen materiellen Mist auszumisten, sollte man auch gleich damit anfangen, den mentalen Dreck auszurangieren, den man ständig mit sich herumschleppt und der dem Ego einredet, was man zum Glücklichsein braucht. Vielleicht sind es alte Verhaltensmuster oder Glaubenssätze, die unser Verstand nur wiederholt, weil er sie seit zig-Jahren hört und sie sich eingebrannt haben. Sind es wirklich unsere eigenen Vorstellungen vom Leben, oder nur die von anderen???
Mit leerer Hand kommst du, mit leerer Hand gehst du. Und zwischen Nichts und Nichts bist du verrückt genug zu glauben, etwas zu besitzen. Osho

Copyright: © http://www.2012spirit.de

Fotos: Tammy Strobel creative commons

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