Fragilität der Worte – von Lucy

Liebe Sabine, liebe Leser und Leserinnen auf diesem Blog!

Heute melde ich mich nach einiger Zeit wieder mal zu Wort….. zum o.g. Thema…. dieses Wortspiel ließ mich einfach nicht mehr los und so möchte ich gerne alle diejenigen, die es interessiert, an meinen Gedanken dazu teilhaben lassen.

Fragilität der Worte…… was ist das?

Ich habe es aufgeschnappt, es entspringt einem Gespräch mit meinem Gegenüber, in dem es um die Art der Gesprächsführung zwischen den Menschen und im einzelnen (so wie hier) zwischen Mann und Frau geht.

Da ich ja meiner Meinung nach eine gute Beobachterin bin, was Zwischenmenschlich in meinem Umfeld abläuft, meine ich zu wissen, das sich sehr viele Menschen gar keine Gedanken darüber machen, was sie sagen und vor allem darüber nicht nachdenken, was das ausgesprochene Wort bei einem anderen Menschen auslöst, hinterlässt oder gar anrichtet.

Gerade die deutsche Sprache ist ja zuweilen sehr Sinnbildlich zu verstehen. Wir haben mitunter zu bestimmten Wörtern ein spezielles Bild dazu im Kopf, oder aber wir verknüpfen es mit einer Erfahrung.  Natürlich lässt sich das nicht verallgemeinern, das ist mir klar!

Doch nun zurück zu diesem besagten Gespräch. Darin ging es also auch sinnbildlich darum, das jemand bei einer bestimmten Tätigkeit gerne allein ist und keine Hilfe annehmen mag, da dieser Jemand der Meinung ist, dann schneller und effizienter arbeiten zu können. Gut, mag sein, das dies auch das Empfinden dieser Person ist, doch wie es ausgesprochen wurde, besonders der Tonfall dazu (leicht genervter Unterton) hinterließ bei mir (ich war ja die andere Person in diesem Gespräch) ein ganz heftiges unangenehmes Gefühl und einen Kloss im Bauch. Natürlich habe ich selbst eine eigene Meinung zu dem besprochenen Thema und aus meiner Sicht gibt es eine effizientere Lösung als die mein Gegenüber vertritt. Doch ich kam nicht dazu, dieses sachlich darzustellen, denn mein Gegenüber machte mir unmissverständlich deutlich, verbal und auch über die Gestik, das er darüber nicht diskutiert. Krönender Abschluss waren die Worte: Wenn ich dann da hin und her laufe und du bist in dem einen Raum beschäftigt, kann es sein das du mir im Weg stehst! ENDE GELÄNDE!!!

Was mein negatives Ego (ja auch ich habe es zuweilen immer noch) verstanden hat war folgendes: Ich will dich nicht dabei haben! Und weitere imaginäre Stimmen säuselten mir ins Ohr: Wer weiß, was er noch vor hat….. er will dich nicht dabei haben weil…… und gerade noch rechtzeitig konnte ich das Kopfkino stoppen….. also tiiiiiieeeeef durchatmen, sammeln…. abwarten…..

Noch am selben Tag ergab es sich so, das wir beide in einer etwas ruhigeren und entspannteren Situation ins Gespräch kamen und ich nun also rundheraus fragte, warum er mich nicht dabei haben möchte…. denn so kam es ja bei mir an. Ich schilderte, was seine verbal getroffene Aussage in mir auslöste und wie ich mich dabei fühlte. Während ich sprach, konnte ich seinen Gesichtsausdruck beobachten….. es war eine Mischung zwischen erschrecken, erstaunen und bedauern darin….   Es war ihm nämlich absolut nicht klar, was er bei mir damit auslöste….

Nun war er gerade selbst zu dieser Zeit, als dieser besagte Satz fiel, in einer emotionalen Anspannung (Stress) und das nun schon seit Wochen. Klar, ich hätte es als „Ausrede“ hinnehmen können oder gar als „Entschuldigung“ und doch wäre in mir etwas gewesen, was sich absolut nicht gut angefühlt hätte – weiterhin, wenn ich es nicht zur Sprache gebracht hätte.

Ich persönlich tue mich da oft schwer im Nachhinein nochmal etwas aufzugreifen, doch diesmal spürte ich ganz deutlich, das es nun anders ist. Eine Chance mich selbst zu achten und etwas klar zu stellen – eine weitere Lernaufgabe, nicht nur für mich selbst, sondern für viele andere Menschen auf der Erde.

Heute auf der Arbeit viel es mir wieder ein, als ich selbst etwas genervt war von dem Druck und dem Stress…. als ich kaum eine Aufgabe fertig stellen konnte, weil gleichzeitig noch 4 andere Dinge auf meinen Schreibtisch flatterten und das Telefon ohne Unterlass klingelte…. doch gerade noch rechtzeitig, ehe ich einer Anruferin auf ihre bis dahin zum 3. mal gestellten Frage etwas schärfer antworten wollte, bekam ich dieses Satz „FRAGILIÄT DER WORTE“ in den Sinn und konnte rechtzeitig wieder umschalten und normal und freundlich antworten.

Seit einiger Zeit bemühe ich mich auch vermehrt darauf zu achten welche Worte ich wähle…. inzwischen klappt es schon zunehmend besser die richtige Wortwahl zu treffen, doch manchmal plappere auch ich noch mitunter ohne vorher nachzudenken drauf los….. doch es wird immer besser!

Deshalb möchte ich allen, die bis hierher gelesen haben sagen: Achtet auf eure Worte und darauf wie ihr etwas sagt, denn Worte sind mitunter wie Messer – sie schneiden tief in die Seele eines Menschen, wenn sie in Wut, Stress oder einer anderen negativen Emotion geäußert werden. ….. und ein gesprochenes Wort kann man ebensowenig zurück holen, wie eine vergangene Minute oder einen geworfenen Stein. Ein unbedacht ausgesprochenes Wort kann weh tun, etwas oder jemanden zerbrechen lassen… auch wenn es gar nicht so beabsichtigt ist. Fragilität der Worte….. das gefiel mir irgendwie in diesem Zusammenhang…..

Also, dann bis zum nächsten mal,

herzliche Grüße

eure Lucy

(c) by Lucy B.

3 Kommentare zu “Fragilität der Worte – von Lucy

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