Die Sache mit dem Vertrauen….

….. oder: Ich lerne im Schneckentempo!

Liebe Sabine, liebe Mitleser!

Wenn wir geboren werden, haben wir alle das Ur-Vertrauen…. müssen wir ja auch haben, denn wir wären als Baby ohne jemanden, der sich um uns kümmert, vollkommen hilflos und wir würden verhungern. Wir haben Vertrauen zu unseren Eltern, den Menschen unserer Familie und fühlen uns bis zu einem gewissen Alter als der Nabel der Welt – alles dreht sich um mich, ich bin der Mittelpunkt des (meines) Universums.

Erst im laufe der Zeit  merken wir, dass das Vertrauen, welches wir in andere Menschen haben, nicht geachtet wird. Sie missbrauchen unser in sie gesetztes Vertrauen, mal mehr mal weniger. Wir sind dadurch verletzt und ziehen uns zurück…. haben etwas gelernt, ähnlich wie ein Kind, das sich die kleinen Fingerchen auf der heißen Herdplatte verbrannt hat, werden wir uns beim nächsten mal überlegen, ob wir unsere Finger wieder auf die heiße Platte legen, sprich, ob wir diesem Menschen unser Vertrauen erneut schenken. Im schlimmsten Fall entziehen wir auf Grund gemachter schlechter Erfahrungen auch unseren anderen Mitmenschen unser Vertrauen und fangen somit an, uns selbst zu isolieren. Das nagt auch am Selbstwertgefühl, denn scheinbar sind wir dem anderen „Nichts Wert“. So kann es geschehen, das auch das eigene Selbstvertrauen mehr und mehr schwindet.

Wir erkennen, das wir eben nicht der Mittelpunkt des Universums sind, das wir im Grunde nur ein kleines Rädchen im Getriebe, ein kleines Licht auf Erden sind. So ging es auch mir!

Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich in ein tiefes und dunkles Loch gefallen bin, traurig war und meine mir zugefügten Wunden leckte. Ich lernte: Die Welt ist schlecht! Doch halt! Heute weiß ich durchaus, das die Welt an meinem Empfinden vollkommen unschuldig ist, denn es waren manche Menschen die mir weh taten, deren Umgang mir nicht gut bekam, die mich vermeintlich fallen ließen, denen ich nicht wertvoll genug war. Die Welt ist schön! Nur unsere Sichtweise und unsere Bewertung lässt uns so manches mal vom Weg des Erkennens abkommen und wir liegen mit unserer Einschätzung über Gott und die Welt wohl mehr als einmal vollkommen daneben 😉

Meine Versuche zu verstehen, was in der jeweiligen Situation geschehen ist, warum der andere so gehandelt hat wie er/sie gehandelt hat, ließ mich oft mehr und länger als nötig in diesem Loch sitzen. Welchen Fehler hab ich da wohl gemacht? Richtig! Ich habe die Situation verurteilt, den anderen Menschen verurteilt in seinem Tun und Handeln und ich ertrank mitunter auch im Selbstmitleid.  Heute weiß ich, das es wichtige Lektionen waren für meine Entwicklung und doch ist es mit dem Vertrauen haben so eine Sache……

Wer einmal betrogen wurde und wieder in eine ähnliche Situation  kommt, bei dem schrillen oftmals laut genug die Alarmglocken….. oder das negative, verletzte Ego will uns warnen und somit sind wir Misstrauisch. Es raunt uns zu: Pass auf, der (oder die) ist genauso wie damals er oder sie! Er oder sie wird dir genau so weh tun, aber dann komm nicht an und heule dich bei mir aus (das Selbstmitleid) usw usw…..

Ja, ich wurde mehrfach betrogen! Von meinen Männern in der Vergangenheit. Da spielten andere Frauen eine Rolle…. mal war es eine ganz neue, oder aber die Ex des Herrn… 😦 und irgendwann fragte ich mich, warum das immer wieder so ist, warum ich immer wieder betrogen wurde. Diese Erfahrungen rissen tiefe Wunden in meine Seele, doch haben sie mich auch wachsen lassen, reifen lassen und mich zu dem Menschen gemacht der ich heute bin: Die etwas durchgeknallte, auch durchaus bodenständige Lucy, die im Grunde nur ihr Leben bestmöglich leben will, anderen auf der Reise durchs Leben helfen möchte und ihr eigenes Licht verbreiten – um vielleicht in irgendeiner anderen traurigen Seele ein neues Licht zu entzünden! Und oftmals riss mich eben genau  der Fluß des Lebens (also die gemachten Erfahrungen) weg, spült mich ins Meer der Emotionen und lässt mich ebenso oft am Strand meines eigenen ICHS wieder zurück!

Ich fragte mich oft, wie kann es gelingen, wieder ins Vertrauen zu kommen? Wie kann ich mich wieder vollkommen fallen lassen? Wie kann ich mein Vertrauen wieder ruhig und gelassen an jemand anderen verschenken?
Vertrauen ist ein Geschenk! Doch wenn wir unser Selbstvertrauen nicht selbst als Geschenk achten (sprich: uns selbst nicht achten), wie wollen wir da geschenktes Vertrauen einer anderen Person annehmen, geschweige denn unser Vertrauen einem anderen Menschen schenken können? Wie kann ich etwas verschenken, was ich gar nicht selbst in mir habe, was ich nicht besitze?

Genau, das geht gar nicht! Nur um dahinter zu kommen, diese Erkenntnis zu erlangen, das ist in meinem Fall ein weiter Weg gewesen, mit vielen Höhen und Tiefen! Und vor allem aus dem Nachhinein betrachtet: im Schneckentempo! Also immer und immer wieder – bis ich vollkommen verstanden hatte, annehmen konnte und anderes reagiert habe als bisher!

Wie sagte mir vor langer Zeit mal jemand? „Es gibt immer jemanden der etwas tut, und einen anderen, der etwas mit sich machen lässt!“. (Danke Sabine!)

Es hat also auch immer irgendwie etwas mit Macht zu tun. Wieviel Macht hat ein anderer über mich und wieviel Macht gebe ich dem anderen eigentlich???? Oft zuviel!!!

Nun ist es ja im Alltag nicht immer möglich, genau zu analysieren was da gerade geschieht. Manchmal braucht es Zeit um zu erkennen, Zeit, um die Dinge „klarer“ zu sehen. Gerade in dieser aufregenden Zeit, in der wir alle, liebe Mitreisende auf der Erde, leben, geschieht so vieles scheinbar auf einmal. Da fragt man sich doch oft genug selbst: Wie soll ich da noch mithalten? Da hat man gerade auf der einen Seite ein scheinbares Problem gelöst, sich vielleicht sogar von Menschen verabschiedet, sie aus dem eigenen Leben entlassen, weil sie nicht mehr gut taten, es einfach nicht mehr passte…. da will man durchatmen, nach vorne schauen und PENG….. haut es einem mit einer anderen Sache die Beine weg.

Ein Meister, wem es gelingt, in dieser unruhigen Zeitqualität ganz bei sich zu bleiben, die eigene Wahrheit zu erkennen, die anderen sein lassen können wie sie sind, nicht zu (be)urteilen und trotzdem teilnehmen am Weltgeschehen! Mir gelingt es leider nicht immer, doch liebe Leser, ich bin sehr darum bemüht! Doch inzwischen bin ich mir sicher: Ich gebe immer mein Bestes! Es wird nicht immer das richtige sein, doch wenn ich es erkenne, dann habe ich die Chance es anders, eben besser zu machen. Dazu gehört eben für mich auch das Vertrauen! In mich, meine Mitmenschen, mein Umfeld, in die Schöpfung!

Meine Frage an euch: Wie haltet ihr es mit dem Vertrauen? Könnt ihr jemanden erneut euer Vertrauen schenken, wenn dieser Jemand es schon einmal missbraucht hat? Oder habt ihr das Gefühl, das ihr euch dann verbiegt, nicht authentisch seid?

Hm, darüber werde ich jetzt an diesem Wochenende mal gründlich nachdenken. Vielleicht erhalte ich ja hier den einen oder anderen Kommentar dazu, welcher mir hilft einen vielleicht anderen Blickwinkel einzunehmen und um dazu zu lernen.

Also, haltet euch wacker, bis zum nächsten mal,

herzliche Grüße

eure Lucy

(c) by Lucy B.

7 Kommentare zu “Die Sache mit dem Vertrauen….

  1. Gerne gebe ich hier einen Kommentar zu Vertrauen ab. Allerdings mit einer Gegenfrage. Warum hat er Dein Vertrauen missbraucht, bzw. Womit vergleichst Du das Misstrauen, welches Dir entgegengebracht wurde? Liebe Grüsse Anja

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  2. Pingback: Die Sache mit dem Vertrauen…. | Seelenliebe

  3. Vertrauen ist in mir und ich kann nur mir vertrauen, aber niemals einem Anderen. So kann ich nur mich selbst enttäuschen (die Täuschung beenden). Vertrauen ist ein Gefühl in mir und mein Verstand kann mir nicht dabei helfen. So habe ich die Möglichkeit, mich selbst im Leben kennen zu lernen, was hier als erstes meine Aufgabe ist. Es sind die Erfahrungen im Miteinander die mir, durch den Spiegel in dem ich mich erkennen kann, mir meine Einzigartigkeit vor Augen hält. Ich gehe meinen individuellen Weg, um zu erkennen, dass dies alle tun und so eine Trennung nicht existiert denn wir haben alle ein gemeinsames Ziel. Jeder benötigt seine eigenen Erfahrungen um sich selbst zu erkennen. Die Polarität benötigt die Gegensätze und manchmal benötige ich einen Hinweis der mir meinen Weg zeigt, so wie mein Gegenüber auch. Wären wir alle schon erwacht und hätten wir uns selbst erkannt, wären die „Dinge“ zwar noch gegensätzlich aber wir würden sie nicht mehr benötigen.
    Wenn Vertrauen in mir ist und ich dieses aussende, sende ich ein Gefühl. Wenn ich mich, meine Seele – mein Gefühl kenne, so Er-kenne ich auch jeden anderen, denn wir sind nicht getrennt. So wie du einem Blinden vielleicht ein Stück seines Weges führst, welchen er nicht kennt, so helfe auch dem noch nicht sehenden seinen Weg zu erkennen. Dazu ist es notwendig, selbst meinen eigenen Weg und somit den Weg der anderen zu kennen. Denn: In den Augen der Anderen bist du der Andere – Es gibt keine Anderen – Vertraue dir.
    In bedingungsloser Liebe an die ganze Schöpfung – Klaus –

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